Der Slowene, der am 30. August 2006 vom bulgarischen Klub Litex Lowetsch an den Rhein wechselte, hatte mit 20 Toren in der vergangenen Zweitliga-Saison maßgeblichen Anteil an Kölns Rückkehr in die Bundesliga. Und seine drei Treffer in den ersten fünf Spielen der laufenden Spielzeit waren mitverantwortlich für die bisher vier mageren Punkte. "Er hat die nächste Stufe gezündet", sagte Kölns Trainer Christoph Daum zu dem 1,90 m großen Mittelstürmer nach der überragenden Hinrunde 2007/2008, die er mit 14 Toren beendet hatte. "Er hatte viele unerfreuliche Dinge zu überstehen. Heute habe ich einen Spieler, der sich voll auf den Profi-Sport konzentriert."
Eine Alkoholfahrt hatte damals für viel Wirbel gesorgt. "Nova" musste seinen Führerschein abgeben und gab eine öffentliche Entschuldigung ab. Er enttäuschte das Vertrauen der Verantwortlichen nicht. Der Stürmer ist auch in dieser Saison der Dreh- und Angelpunkt im Kölner Spiel. Als sein Kollege Ümit Özat in Karlsruhe auf dem Platz zusammenbrach und wohl für längere Zeit fehlen wird, ernannte Daum in bis auf Weiteres zum Kapitän. "Das ist eine große Ehre für mich. Ich war auch schon bei meinen anderen Vereinen Kapitän", sagt der zweifache Familienvater, auf dessen Treffsicherheit die Verantwortlichen und Mitspieler auch im DFB-Pokal-Spiel am Dienstagabend beim FSV Mainz 05 setzten.
Und Novakovic lebt die Aufgabe in allen Facetten vor. Er rennt sich die Seele aus dem Leib, treibt seine Kollegen an und kritisiert ihre Mutlosigkeit öffentlich, wie nach dem ernüchternden 0:2 bei Arminia Bielefeld am vergangenen Samstag geschehen. Und das gefällt vor allem seinem extrovertierten Trainer Daum. "Ich kann seine Sichtweise absolut verstehen. Seine Intention deckt sich mit meiner. Seine Absicht ist, dass hier mehr Leben reinkommt", erklärt der FC-Coach. Die Leidenschaft ist Novakovic in die Wiege gelegt worden. Er ist Straßenfußballer, wurde in bescheidenen Verhältnissen der slowenischen Hauptstadt Ljubljana groß. Dort, im Stadtteil Nove Jarse, leben seine Eltern, Vater Mitar und Mutter Anka, heute noch. Mitar Novakovic sammelt alle Zeitungsausschnitte über seinen Sohn, die Eltern sehen sich im TV jedes Spiel von "Mischo" an.
"Mischo", das ist der Spitzname, unter dem die Fans in Slowenien ihren Nationalmannschafts-Star kennen. Milivoje Novakovic, dessen Schwester Slavica aktiv Handball spielte, fing auf dem Bolzplatz wenige Meter von der Wohnung entfernt mit dem Fußball an. Bei Olimpia Ljubljana spielte er in allen Mannschaften und ging dann nach Österreich zu ASK Voitsberg, SV Mattersburg und LASK Linz. Danach dann der Wechsel nach Lowetsch. Seit zwei Jahren nun spielt der Vater eines Sohn (Uros) und einer Tochter (Anna) in Deutschland sorgte beim FC auf dem Platz für Wirbel.