Weniger Verletzungen und weniger Gegentore, dafür mehr Inspiration im Offensivspiel und mehr gute Ergebnisse. Mit diesen Wünschen ist Borussia Dortmund ins Jahr 2014 gestartet, doch nach dem 2:2 (1:0) gegen den FC Augsburg herrschte im schwarzen-gelben Lager gleich wieder große Ernüchterung.
Kevin Großkreutz hatte die schlimme Situation als Erster erkannt. Mit kreisendem Zeigefinger bedeutete er Jürgen Klopp nicht nur eine notwendige Auswechslung, sondern auch, dass die Dortmunder Verletzungsmisere nach gerade einmal drei Pflichtspiel-Minuten eine Fortsetzung erfahren hatte. Mit einem schließlich am Sonntag bestätigten Verdacht auf Riss des vorderen Kreuzbandes musste Jakub Blaszczykowski vom Feld. Ein Tiefschlag, der – trotz des in der vorübergehenden Unterzahl erzielten Führungstreffers von Sven Bender – zum Startpunkt eines letztlich tristen Dortmunder Nachmittags wurde.
Erneut gelang es den Westfalen nicht, einem taktisch bestens organisierten Gegner ihr schnelles Umschaltspiel aufzudrängen. Der FCA entzog sich geschickt dem Dortmunder Gegenpressing und nutzte die wenigen Nachlässigkeiten in der BVB-Defensive eiskalt aus, um am Ende nicht unverdient einen Punkt zu entführen. „Das ist kein Traumstart, es ist sogar weit davon entfernt“, musste Klopp zugeben. Vor allem die am Ende der Hinrunde vermisste Leichtigkeit ist offensichtlich nach wie vor nicht zurückgekehrt. „Die Mannschaft wollte unbedingt, aber am Ende ist das Gegenteil dabei herausgekommen.“ Kurz gesagt: Tristess statt Aufbruch. [person=1451][/person] Auch nach dem Jahreswechsel mangelt es im Dortmunder Angriffsspiel an Kreativität und oft auch an Struktur. Henrikh Mkhitaryan kam einmal mehr nicht über gute Ansätze hinaus und Nuri Sahin fehlten die überraschenden Ideen. Was im Training wieder gut funktionierte, hakte im Wettbewerb merklich. „Ich habe in den letzten drei Wochen viele Trainingseinheiten gesehen. So verkrampft habe ich die Mannschaft dabei nie erlebt“, konstatierte Klopp.
Vor allem vor dem Hintergrund der neuerlichen Verletzung eines zuletzt zugegebenermaßen etwas kriselnden Leistungsträgers, muss sich der BVB zwangläufig überlegen, vielleicht doch noch auf dem bis Freitag geöffneten Winter-Transfermarkt einkaufen zu gehen, um für neue Impulse und mehr Optionen zu sorgen. Geht es nach den Fans, ist der Wunschkandidat schnell gefunden: Shinji Kagawa. Doch die Chancen auf eine Rückkehr des Japaners in dieser Transferperiode sind verschwindend gering, zumal Klopp erst einmal zu Protokoll gab: „Um Transfers habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, würde aber aus dem Bauch heraus sagen: Nein.“ Bleibt abzuwarten, was der Kopf zu solchen Überlegungen sagen wird.
Sportdirektor Michael Zorc hatte zwar während des Trainingslagers in La Manga betont, grundsätzlich kein Freund von Winter-Transfers zu sein, im Gespräch mit RevierSport aber auch betont: "Ich hasse es, wenn man sich beschränkt." Allzu wahrscheinlich ist es indes nicht, dass der BVB noch einmal personell nachlegt, schließlich stehen für die rechte Offensivseite in Pierre-Emerick Aubameyang und Youngster Jonas Hofmann gleich zwei Alternativen bereit.