Herr Uhlig macht verheißungsvolle Ankündigungen. Vertrag bis 2028. Auch das ist eine Ansage. Ich werde ihn allein an seinen Taten und Ergebnissen messen.
Ich lasse jetzt den Exxen Faktor mal weg, nehme allein seine Präsentation auf der Mitgliederversammlung. Das war ok, klang gut, positiv, macht Mut. Der Aufstieg wird endlich als Ziel ausgesprochen, formuliert. Auch vom Aufsichtsrat. Kurz- bis mittelfristig! Mehr Sposonsoren, mehr Vermarktung, mehr Merchandise, Mehr Einnahmen, die Wahrnehmung in unserer Stadt erhöhen, verbessern. Mehr Professionalisierung. Alles gut, richtig, überfällig. Er soll auch zunächst nichts kosten, und will dann, wenn er sein Gehalt bezieht, mehr erwirtschaften, als er kostet. Ok. Er kam glaubwürdig und authentisch rüber, motiviert hier was zu bewerkstelligen. Die "Wahrscheinlichkeit" für den Aufstieg erhöhen. Auch alles gut. Auch überfällig. Er ist vernetzt und scheint einen Plan zu haben. Alle in der Vereinsführung scheinen mit ihm glücklich. Hajo auch.
Und trotzdem bleibt für mich ein Geschmäckle. Er wir nicht im Pokalspiel zu den falschen rot-weissen halten und für sie jubeln. Hat er gesagt. Aber auch das sein Herz immer für RWE schlagen wird. Hatte ich so abgespeichert. Hier bleibt für mich ein Konflikt. Und trotzdem glaube ich, das er höchstprofessionell für RWO arbeiten wird. Aber wird er jemals mit Herzblut für RWO arbeiten? Er ist nun Vorstandsvorsitzender von RWO. Es bleibt schräg.
Er bekommt nun seine Chance.
Was für mich persönlich aber nach wie nicht gut war, und mir sauer aufstößt, das ist das ganze Prozedere, wie Herr Uhlig bei uns installiert wurde. Etwas durchs Hintertürchen, etwas Praktikum, dann sickert etwas durch, Kumpel von Hajo, der findet ihn gut, andere aus dem AR und nun Vorstand anscheinend auch. Aber wo blieb die Wahl??? Es gab keine. Keine Option. Die Fakten waren längst geschaffen, der Rest wurde auf unserer Mitgliederversammlung durchgewunken und durchmoderiert. Dissonanzen im Vorfeld wegmoderiert. Man hat schon gemerkt, dass nicht wenige Mitglieder schon etwas schlucken mussten, als sich Herr Uhlig vorstellte. Irgendwie ist man meiner Meinung nach, auch wenn der Name Uhlig und alles schon im Raum stand, doch überrumpelt worden. So fühle ich mich zumindest. Es blieb gestern kuschelig, kein Widerstand. Es läuft natürlich auch sportlich gerade gut. Von daher gab es auch wenig Unruhe im Verein. Alle sind gerade glücklich. Ein idealer Moment.
Es wurde auch zuerst bei der Versammlung nur davon gesprochen, das Herr Uhlig in den Vorstand einzieht und nicht den Vorsitz übernimmt. Auch wenn das ein offenes Geheimnis war. Ausgesprochen wurde es meiner Meinung nach nicht.
Nach der Wahl des AR gab es sofortnoch während der Versamlung hinter der Bühne eine "konstituierende" Sitzung und Zack, war der Vorstand bestimmt und Herr Uhlig Vorstandsvorsitzende. Und sprach es ganz am Ende der Versammlung auch so aus. Das ging alles dann Ruckzuck. Ich weiß gar nicht ob das alle noch so bewusst mitbekommen haben. Es wurde jedenfalls alles so hingenommen, akzeptiert. Beifall, kein Jubelsturm.
Und dann auch Herr Binder wie Phönix aus der Asche im Vorstand. Es wurde mal irgendwann, irgendwas gemunkelt, dass er in den Verein zurückkehren möchte, in welcher Position auch immer, ich dachte er wollte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr? Aber zack, auf einmal steht er da auf dem Präsentationsbild der Vorstandskandidaten. Das kam aus dem nichts. Schweigen und auch große Überraschung. Ich wusste davon jedenfalls gar nichts. Auch hier Nägel mit Köppen. Im Vorstand. Fertig.
Ich wäre auf ein Ergebnis bei einer "Direktwahl" gespannt gewesen. Und das, was wir wählen konnten, den AR und Wahlausschuss, wurde dadurch etwas absurd, dass man 5 von 7 Kandidaten wählte, dann aber beschlossen wurde, die beiden nicht gewählten AR-Kandidaten auch noch nachrücken zu lassen. Wofür wähle ich dann? Es wurde lange ausgezählt. Hätte man sich dann auch sparen können. Ich persönlich fand auch alle Kandidaten sympathisch und authentisch. Aber so war das keine Wahl.
Ich bin gespannt was nun passiert und wie sich alles entwickelt. Aber eines werde ich persönlich verteigen. ich glaube so ungefähr sagte es auch Hajo. RWO ist ein besonderer Verein, ein etwas anderer Verein. Und das muss trotz aller Professionalisierung, die auch notwendig ist, bewahrt werden. Bodenständig, Fan nah, zum anfassen, ehrlich. Manchmal auch knorrig, aber immer authentisch. Wie sagte Herr Uhlig, er werde RWO nicht "überkommerzialisieren". Da schaue ich auch ganz genau hin! Kohle verdienen ja, Einnahmen verbessern, alles richtig, aber nicht unsere Seele verkaufen. Darin liegt kein Widerspruch, das geht.
Und ja, auch ich will aufsteigen! Aber nicht um JEDEN Preis. Vieles muss besser werden, das ist auch Fakt.
Aber am Ende zählt sowieso nur der sportliche Erfolg. Ohne den nützt auch die ganze Kohle nichts.
Abschließend. Finger weg von unserem Stadionnamen!!! Maximal, lasse ich mir einen kleinen Zusatz gefallen. Und der Sponsor müsste auch zum Verein passen. So ein Schauinslandreisenarenascheix will ich bei uns nicht sehen. Hier bin und bleibe ich Fußballromantiker und Traditionalist. Stichwort Überkommerzialisierung!
2 ata1907
12.Mann v. Kleeblatt