Trotz des nasskalten Wetters fanden überraschend viele MSV-Fans den Weg an die Westender Straße. Die Zuschauer sahen speziell im zweiten Durchgang müde wirkende Zebras, die schon am Morgen mit 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach gewannen. [article=467924]Ein Spieler sorgte im Rahmen des Tests gegen den Regionalliga-Spitzenreiter[/article] aber nicht nur für jede Menge Gesprächsstoff am Spielfeldrand, sondern überzeugte auch noch mit einer ordentlichen Leistung. Ohne eine Nummer auf dem Trikot absolvierte Leon Bürger im defensiven Mittelfeld gegen Rödinghausen neben Yassin Ben Balla die vollen 90 Minuten.
Der 20-Jährige schnürte von 2016 bis 2019 seine Schuhe für Duisburgs Drittligakonkurrenten Eintracht Braunschweig. Torsten Lieberknecht kennt Bürger aus seiner Zeit bei den Niedersachsen. Damals war er noch in der A-Jugend unterwegs, im vergangenen Jahr bestritt der Mittelfeldmann immerhin sieben Ligaspiele. "Er hat sich seitdem richtig gut weiterentwickelt. Er ist ein außergewöhnliches Talent. Deshalb bin ich erstaunt, dass er auf der Suche ist", erklärte Torsten Lieberknecht auf Nachfrage.
Bürger bat den MSV-Trainer um Spielpraxis, um möglichst schnell einen neuen Arbeitgeber zu finden. Und Lieberknecht sagte sofort zu. "Er durfte mithelfen, weil wir ein bisschen dezimiert waren. Es ist nicht immer einfach in eine neue Mannschaft zu kommen. Dafür hat er das gut gemacht", sagte der 46-Jährige weiter. Speziell mit Leroy-Jacques Mickels, der sich von der Oberliga prompt ins Rampenlicht der 3. Liga gebracht hat, machte der MSV Duisburg schon gute Erfahrungen. Könnte mit Bürger also nun der nächste Testspieler auf ein dauerhaftes Engagement beim MSV hoffen? "Er sollte erstmal nur aushelfen und sich präsentieren. Ich habe ihn ja schon länger nicht mehr gesehen", analysierte Lieberknecht, ohne genauer auf eine mögliche Zukunft seines ehemaligen Schützlings einzugehen.
Während Bürger sich also empfehlen durfte, waren die restlichen Drittligaprofis des MSV am Ende eines langen Tages sichtlich erschöpft. Zwei Testspiele an einem Tag haben der Mannschaft viele Körner gekostet. "Die Erkenntnis ist, dass jeder 90 Minuten spielen sollte. Natürlich wusste ich, dass es schwer wird. Nach dem Trainingslager war nicht die letzte Frische da, aber ich war unabhängig von den Ergebnissen zufrieden", lautete Lieberknechts Fazit über die Doppelschicht vom Samstag.
Vor dem Ligastart gegen den Tabellenzweiten FC Ingolstadt steht beim MSV Duisburg zunächst viel Regeneration auf dem Programm. Mit Beginn der neuen Trainingswoche wird der Fokus dann mehr und mehr auf das erste Drittligaheimspiel des Jahres gerichtet sein.