Die Tabelle lügt nicht: Sieben Punkte Abstand hat RWE auf den rettenden zehnten Platz, dazu ein Spiel mehr als die direkten Konkurrenten, dazu die Lübeck-Sorgen. Und am Wochenende ist leider erstmal zuschauen angesagt, das gute Sieges-Gefühl von Dienstag muss noch eine ganze Woche konserviert werden.
Aber vielleicht sind die Jungs ja nun wieder auf den Geschmack des Siegerbiers gekommen und wir haben somit doch wieder eine Chance. Wenn nun der Pokalerfolg die Nervositäts-Blockade in den Köpfen löst und konzentriert und intensiv und vor allem mit endlich wieder positiven Gedanken auf das Wuppertal-Spiel hingearbeitet wird, kann dort vielleicht doch noch einmal eine Serie zur letzten Rettung gestartet werden.
Denn nichts anderes brauchen wir jetzt. Das 1:0 von Dienstag bringt keine Punkte in der Liga und selbst ein Erfolg in Wuppertal kann nur der Anfang sein, wäre ohne Folgesieg nichts wert. RWE braucht eine Serie – oder präziser gesagt: RWE braucht ein Wunder. Und die gibt es ja immer wieder, wie Katja Ebstein so hoffnungsvoll besang. Was Spieler und Fans nun vereinen sollte, ist der Glaube, dass eben jenes Wunder an der Hafenstraße geschieht.
Ich jedenfalls bin überrascht, wie schnell mein Optimismus durch diesen einen Sieg zurückgekehrt ist. Die Qualifikation ist zwar unrealistisch, aber eben nicht unmöglich. Solange rechnerisch noch was geht, muss man als Fan dran glauben. Die Magdeburger haben dazu ein schönes Motto geprägt: Wer liebt, der glaubt. Und so muss es auch bei RWE sein! Kulm bemängelte, dass die Anhänger das Team schon aufgegeben hätten. Uns wurden in letzter Zeit aber auch nicht unbedingt gute Argumente geliefert, um weiter optimistisch zu denken.
„Seit wir zwei uns gefunden, kenn´ ich nur frohe Stunden“ – leider ist es nicht so wie in der Vereinshymne besungen. Doch ist die Liebe zu einem Fußballklub nicht wie die Liebe in einer Ehe sein sollte: in guten wie in schlechten Zeiten?! Also lasst uns gemeinsam das Fünkchen Hoffnung, dass der Pokalsieg zurückgebracht hat, zu einem Feuer werden lassen. Mit einer Siegesserie. Und mit Katja Ebstein.