10.01.2018

TuS Helene

Abgestürzter Traditionsklub hofft auf Rehhagel und RWE

Foto: Kerstin Kokoska

TuS Helene Essen 1928: Das war im Essener Amateurfußball mal ein großer Name. RWE, ETB und dann kamen schon FC Kray, Schonnebeck, Burgaltendorf, Rellinghausen und eben Helene. Das war einmal.

Die Zeit, in der der Klub vom Altenessener Bahnhof zu den besten Klubs der Ruhrmetropole gehörte, gehört seit einigen Jahren der Vergangenheit an. In den 1980er Jahren verbrachte Helene drei Jahre in der Verbandsliga, Anfang der 2000er trugen Essener Amateuerfußballgrößen wie Jürgen Lucas (heute Sportdirektor bei Rot-Weiss Essen), Oliver Vössing, Sevan Garabetyan, Sascha Fischer (heute Trainer des A-Ligisten DJK Sportfreunde Katernberg) oder Hüseyin Tok (einst jahrelanger Spieler bei der damaligen Reservemannschaft von Rot-Weiss Essen) das TuS-Trikot in der Landesliga. Doch nach dem Abstieg 2010 in die Bezirksliga ging es 2012 wieder zurück in die Kreisliga A. Fünf Jahre später stieg der TuS Helene in die Kreisliga B ab. Viel tiefer als die B-Klasse geht es nicht mehr.

Aktuell liegt man auf Platz fünf der Kreisliga B und muss sich seine Sportanlage an der Bäuminghausstraße mit Al-Arz Libanon, FC Saloniki sowie Juspo Altenessen teilen. Dass Helene nur einen Viertel des Kunstrasenplatzes bei den Trainingseinheiten zur Verfügung hat, ist eher der Normal- als Ausnahmefall. Bitter.

Der Verein wird im Jahr 2018 90 Jahre alt. Ein Jubiläum, welches besonders groß gefeiert werden soll. Die Mitglieder und Helene-Fans sollen sich wieder an die glorreichen Zeiten erinnern und es soll noch einmal verdeutlicht werden, dass TuS Helene ein großer Essener Traditionsklub ist. "Das ist der Verein von Otto Rehhagel, einem der größten Bürger unserer Stadt überhaupt", sagt Sven Schmiedel, Trainer der Ersten bei TuS Helene.

Treffen mit Rehhagel geplant

Schmiedel, der im Sommer von Fortuna Bredeney nach Altenessen wechselte, weiß um die Besonderheit des Vereins aus dem Essener Norden. Dies versucht er auch seinen Kreisliga-B-Kickern zu vermitteln. In Zukunft soll es der große Otto Rehhagel höchstpersönlich machen - so der Wunsch der TuS-Verantwortlichen. "Wir haben Kontakt zu Otto Rehhagel. Er lässt sich ja mindestens einmal in der Woche auf der Platzanlage an der Bäuminghausstraße blicken. Wir hoffen, dass wir es hinbekommen, dass er zwei-, vielleicht dreimal im Jahr Zeit findet, um vor unserer Jugend zu sprechen. Er ist ein großer Mann im Fußball. Seine Worte würden den Jungs mit Sicherheit noch einmal verdeutlichen, dass sie bei einem ganz besonderen Klub spielen. Wir haben aktuell nur vier Jugendmannschaften. Das ist ausbaufähig. Die Jugend muss und kann nur unser Pfund für die Zukunft sein", erzählt Schmiedel.

Bleibt abzuwarten, ob es zu diesen Treffen kommen wird. Geplant soll auch ein Freundschaftsspiel gegen Rot-Weiss Essen sein - zum 90. Vereinsjubiläum im Juni/Juli. Vielleicht kann hier Jürgen Lucas seinem ehemaligen Klub unter die Arme greifen...

Autor: Krystian Wozniak

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