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Muss sich Gedanken machen: Bundestrainer Dirk Bauermann, hier mit Demond Greene. (Foto: firo)
Der 26-Jährige Center der Los Angeles Clippers landete zwar aus Kalifornien kommend in der Hansestadt, absolvierte auch ein leichtes Training, doch zu einem Einsatz gegen die Nordamerikaner kam es aus versicherungstechnischen Gründen noch nicht. Im Gegenteil: Nachdem der 2,13 m lange Hüne die erste Halbzeit noch auf der deutschen Bank verfolgt hatte, ließ er sich in ein Hamburger Krankenhaus chauffieren, um auf Geheiß seines Arbeitgebers noch einmal eine Kernspintomographie seines mehrere Monate lang lädierten Sprunggelenks durchführen zu lassen.
Auch das Mitwirken Kamans beim letzten Testspiel des deutschen Teams am Freitag (20.15 Uhr) in Mannheim gegen Kanada ist noch fraglich, der Bundestrainer muss sich darauf einstellen, seinen neuen Hoffnungsträger möglicherweise "blanko" zu nominieren. Für Bauermann eine durchaus knifflige Sache: "Die Zeit bis Athen ist knapp, ein Risiko bleibt. Dass ich für Chris einen anderen Spieler aus dem Kader streichen muss, ist sicherlich schwierig zu kommunizieren. Aber er ist ein Weltklassespieler, da wird jeder verstehen, dass er in unsere Mannschaft gehört."
Zumindest kommt der Spielplan des Ausscheidungsturniers in Athen den Turbulenzen um die Freigabe des Blondschopfs mit deutschen Urgroßeltern entgegen. In den Vorrundenspielen gegen die Kapverdischen Inseln und Neuseeland sollte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) auch ohne Kaman bestehen können, wirklich ernst wird es wohl erst im wahrscheinlichen Viertelfinale am 18. Juli. Bauermann: "Ich sehe das alles nicht so dramatisch." Auch der Niederlage vor 6744 Zuschauern in der ColorLine-Arena maß der Coach nicht die ganz große Bedeutung bei. "Durch das harte Training der vergangenen zwei Tage fehlte meiner Mannschaft die Frische. Aber zumindest in der zweiten Halbzeit haben wir eine ordentliche Leistung geboten", befand Bauermann.
Nicht ganz so gelassen analysierte NBA-Superstar Dirk Nowitzki den Ausgang der eher mittelmäßigen Partie, in der beide Mannschaften nie zu einem vernünftigen Spielrhythmus fanden: "Insbesondere in der Verteidigung war das nicht so toll. 91 Gegenpunkte sind einfach zu viel." Was bleibt, ist die Hoffnung auf Kaman und die Frage, wann der Bundestrainer sein "Kreuz Ass" (O-Ton Bauermann) aus dem Ärmel ziehen darf.