Denn dort kickt mit Mahir Saglik ein alter Kumpel des 26-Jährigen von Preußen Münster. „Wir haben früher zusammen in Paderborn gespielt und waren schon gemeinsam im Sommerurlaub auf Mallorca oder in der Türkei“, erzählt er. So gingen auch Glückwunsch-SMS von Capretti bei Saglik ein, als der in Bochum seinen ersten Treffer im Oberhaus erzielte. „Das gönne ich ihm, aber gegen mich hätte er die Bude nicht gemacht“, grinst der Defensivallrounder frech.
Schließlich hat sich der Neuzugang vom Delbrücker SC bei den Preußen auf Anhieb einen Stammplatz in der Innenverteidigung neben Kapitän Orhan Özkara erkämpft. Dort konnte er bislang als kopfballstarker Motivator seinen Beitrag zu dem gelungenen Saisonstart mit fünf Punkten leisten. „Ich kann von hinten raus gut organisieren und mache halt auch den Mund auf, um Tipps zu geben“, lächelt Capretti. Ansonsten ist er eher ein ruhiger Zeitgenosse. In Münster fühlt sich der Italiener, der in der Nähe von Neapel geboren wurde und seit 1992 in Deutschland lebt, pudelwohl. „Ich wurde hier toll aufgenommen, wir haben eine hungrige Truppe“, strahlt er: „Auch die Stadt gefällt mir. Sie versprüht ein tolles Flair.“
Der Grund für den Tapetenwechsel war vor allem Trainer Roger Schmidt, mit dem Capretti in Delbrück sogar in einer Mannschaft gespielt hat. „Er hat mich davon überzeugt, dass ich toll in das Team passen würde und hatte recht“, lächelt „Rino“. Doch für den Leistungsträger gibt es in der Domstadt nicht nur das runde Leder. Er studiert noch Sport, Religion und Mathe auf Lehramt, was mit dem Spielerjob bei Preußen jedoch nur schwer zu vereinbaren ist. „Das ist nicht ganz leicht“, betont Capretti. „Ich muss halt flexibel sein und kann nicht immer bei Vorlesungen sein, das passt schon. Die höchste Priorität räume ich derzeit dem Fußball ein.“
Immerhin möchte der Defensivallrounder mit Preußen noch hoch hinaus, um gegen Kumpel Saglik vielleicht mal in einem Pflichtspiel antreten zu können. Capretti: „Ich will mit Münster so weit oben wie nur möglich stehen.“