Auch deutsche Vereine wären unter anderen Rahmenbedingungen interessant für Investoren, glaubt Hamann, "aber kein Geschäftsmann bezahlt doch für 49 Prozent der Anteile an einem Verein viel Geld, um dann nichts zu sagen zu haben. Solange sich das nicht ändert, wird der Unterschied zwischen Deutschland und England, Spanien und Italien größer werden." Aus der Bundesliga sei derzeit wohl einzig Bayern München in der Lage, "mit ihren finanziellen Mitteln und ihrem Renommee Top-Leute zu holen, aber dann wird es schon eng", sagte Hamann: "Man sieht doch, dass die englischen Vereine in der Champions League in den letzten Jahren dominiert haben - die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es die nächsten Jahre so weitergeht."
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Auf dem Wunschzettel von "Man City": Lukas Podolski. (RS-Foto: firo)
Dass die von Finanz-Investoren übernommenen Vereine die Verantwortung zu sehr in fremde Hände geben und bei einem Ausstieg der Geldgeber Gefahr laufen, zu Grunde zu gehen, glaubt Hamann nicht. Kritisch sieht der Mittelfeldspieler nur, dass die Preise auf dem Transfermarkt durch die hohe Investitionsbereitschaft der Klub-Besitzer explodieren könnten. City war in der vergangenen Woche für einen Kaufpreis von angeblich 185 Millionen Euro übernommen worden. Investor Sulaiman Al-Fahim hatte als Begrüßungsgeschenk Robinho für rund 42 Millionen Euro vom spanischen Meister Real Madrid verpflichtet und angekündigt: "Wir wollen der größte Klub der Welt werden, größer als Real Madrid und Manchester United." Seither gelten viele Top-Stars als Transferkandidaten, darunter auch der deutsche Nationalstürmer Lukas Podolski.