Offenbach empfängt zeitgleich Schlusslicht Braunschweig, Rostock spielt den Gastgeber für Haching, Jena gibt seine Visitenkarte in Augsburg ab. Essens Trumpf bleibt die für den Abstiegskampf ausgezeichnete Tordifferenz. "Ein Spiel der Nerven", erkennt Lorenz-Günther Köstner, RWE-Trainer, messerschaft, "ein Fight." Kein Wunder, die "Zebras" wollen in die Bel Etage, sicher werden sie dort nur grasen, wenn Essen einen kräftigen Huftritt erhält. Wie gesagt, selbst das wäre kein sicheres RWE-Aus. "Diese Situation hat sich doch keiner von uns wirklich erhofft", schüttelt Lorenz fassungslos mit dem Kopf.
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Alles wieder eine Glaubensfrage, auf die RWE gegen Burghausen am vergangenen Wochende nicht die korrekte Antwort hatte. "Die Jungs waren der Meinung, sie wären schon durch", unkt Köstner, der auch "große Nervosität" zur Kenntnis nahm, die, man muss kein Prophet sein, auch am Sonntag ausbrechen wird. "Dieser Schock nach dem späten Ausgleichstor von Wacker saß tief", blickt Lorenz ehrlich zurück.
Die Nervosität darf nicht in "Zittern" münden, das Köstner auch konstatiert, den die "vielen Fehler und Ballverluste" nachdenklich stimmen, "die kompensiert werden mussten." Und das nicht einfach so - Köstner: "Mit zu viel Substanz-Vergeudung." So dass gegen Burghausen nach vorne nichts mehr lief, was sich am Sonntag ändern muss, sonst wird man überrannt.
Lorenz: "Die Aussage der Tabelle nach dem letzten Spieltag steht, die ist dann durch nichts mehr umzukehren." Die Platzierungen lügen dann nicht. Der gebürtige Berliner ist allerdings niemand, der sich versteckt, seine Meinung gilt, er formuliert sie immer, nach Niederlagen oder auch im Siegesfall, auch ein Zeichen von Charakter: "Jetzt gilt es, zu beweisen, dass wir einen Hintern in der Hose haben." Eine Wortwahl, mit der jeder etwas anfangen kann. Lorenz nickt: "Die Nerven müssen wir im Griff haben, richtig Gas geben." Wie in Karlsruhe, wie gegen Köln, egal was auch immer und vor allen Dingen von wem auch immer als Marschroute ausgegeben wird.
Und es geht darum, nicht wie das Kaninchen vor der Zebra-Schlange zu bibbern. "Wir standen gegen Wacker zu weit hinten drin", schüttelt Lorenz im Rückblick missbilligend den Kopf, "irgendwann fehlt es dann einfach nach vorne." In der Tat, die Wege werden immer weiter und uninspiriertes "Langholz" kommt wie beim Flippern prompt zurück. Keeper Karim Zaza: "Wir bettelten um den Ausgleich."