16.07.2018

MSV Duisburg

Ein enges Rennen um die Nummer eins

Foto: Dirk Retzlaff

Bei Union Berlin war Neuzugang Daniel Mesenhöler in den vergangenen zwei Jahren der Mann für die Rückrunde. In Duisburg will er nicht so lange warten.

Seit Sonntag ist der Chef im Trainingslager vor Ort. Jürgen Marbach, Aufsichtsratsvorsitzender des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg und Boss des Hotels Kaiserfels, in dem die Zebras wohnen, begrüßte gestern den neuen MSV-Torwart Daniel Mesenhöler auf der Hotel-Terrasse mit den Worten: „Dich habe ich schon in der Zeitung gesehen.“

Mesenhöler hofft, dass Marbach ihn künftig auch in den Zweitliga-Stadien in Aktion sehen wird. Der 22-Jährige kam zur neuen Saison vom Liga-Konkurrenten Union Berlin zum MSV, um die Nummer eins zu werden. Der Torwart liefert sich in diesen Tagen ein heißes Duell mit Routinier Daniel Davari (30) um den Platz zwischen den Pfosten, den der Neu-Freiburger Mark Flekken hinterlassen hat.

Anders als im Vorjahr, als frühzeitig feststand, dass Mark Flekken als Nummer eins in die Saison gehen würde, wird die Entscheidung diesmal spät fallen. Torwarttrainer Sven Beuckert sieht ein enges Rennen: „Beide geben viel Gas und arbeiten hart. Das wird keine einfache Entscheidung.“ Als Youngster mischt Jonas Brendieck, der aus der U 19 in den Profikader aufstieg, die beiden Kollegen auf. Er kann den Kampf um die Nummer eins entspannt verfolgen.

Beide Kandidaten kennen das Los der Torhüter sehr genau; beide Keeper kennen das Gefühl, es am Ende nicht geschafft zu haben. „Ich habe in solchen Phasen sehr viel gelernt“, sagt Mesenhöler. Für den gebürtigen Engelskirchener zahlte sich am Ende des Tages die Geduld meistens aus – auch wenn es kurios ist: Beim 1. FC Union Berlin saß Mesenhöler in den vergangenen zwei Jahren in der Hinrunde als Ersatzkeeper auf der Bank, kämpfte sich zur Rückrunde als Nummer eins in die Mannschaft.

Mesenhöler lächelt mit Blick auf die Statistik, ist aber ehrgeizig genug, von Saisonbeginn an erster Torwart sein zu wollen. Die Spielpraxis spricht aktuell für Mesenhöler. Er bestritt in der Rückrunde 14 Ligaspiele, Daniel Davari war in den letzten drei Saisonspielen für die Zebras am Ball. Auch Davari ist heiß auf die Nummer eins. „Ich kenne keinen Torhüter, der sich mit dem Platz auf der Bank zufriedengibt“, sagte der WM-Teilnehmer von 2014 für den Iran, schon, als er in Duisburg noch im Schatten von Mark Flekken stand.

Mitgefühl mit Lloris

In der Sommervorbereitung gaben sich die beiden Torhüter bislang keine Blöße. In den Testspielen gegen unterklassige Gegner gab es kaum etwas zu tun, in den Spielen gegen Antwerpen, Hertha BSC und Werder Bremen blieben die Schlussmänner ohne Fehler. „Wir pushen uns gegenseitig“, sieht Mesenhöler einen fairen und respektvollen Konkurrenzkampf.
Natürlich verfolgten die MSV-Torhüter am Sonntag auch das WM-Finale mit dem Blackout des Franzosen Hugo Lloris am Fernseher.

Es mag für jeden Keeper beruhigend sein, dass auch Weltmeistern haarsträubende Fehler unterlaufen können. „So etwas Ähnliches ist mir mit Union Berlin gegen Kaiserslautern einmal passiert. Du machst den Fehler und weißt, dass du es nicht mehr retten kannst“, beschreibt Mesenhöler die Gefühlswelt eines Torhüters. Er weiß aber auch: Auch aus solchen Situationen kann ein Spieler viel lernen.

Autor: RS

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