Doch Neuer ist zu intelligent, um nicht registriert zu haben, dass sich die Situation für ihn verändert hat. Ralf Fährmann hat ihn durch seine guten Leistungen unter Druck gesetzt. Was vor 86 Tagen undenkbar schien: Plötzlich muss eine der größten deutschen Nachwuchshhoffnungen im Tor im eigenen Verein um seinen Stammplatz bangen.
"Meine Vertreter haben super gehalten. Mir ist bewusst, dass ich meine beste Leistung bringen muss, um wieder die Nummer Eins bei Schalke zu werden", sagt Neuer. Er sagte nicht, "um die Nummer Eins zu bleiben". Das zeugt von dem Respekt, den er vor allem seinem neuen Konkurrenten Ralf Fährmann entgegen bringt. "Ich weiß, was Ralf kann. Wir haben uns schliesslich im Training gegenseitig auf dieses Level hochgepuscht", so Neuer, der mit Fährmann befreundet ist. "Das wird auch so bleiben. Unser Verhältnis hat sich nicht geändert", soll es ein fairer Zweikampf unter Freunden bleiben. In dem Neuer aufgrund seiner Verdienste sicherlich weiterhin einen Vorsprung hat. "Manuel hat lange nicht gespielt. Aber er hat nicht umsonst die Nummer Eins auf dem Rücken", stärkt Fred Rutten Neuer denselben. Ohne sich jedoch jetzt schon festlegen zu wollen, wie es in der Torhüterfrage weitergeht.
"Es ist erst einmal eine Entscheidung für ein Spiel", so der Niederländer. Für Neuer, der in seiner Entwicklung in der vergangenen Saison erste leichte Dellen zeigte, kann die Situation nur förderlich sein. Er weiß jetzt, dass er sich voll konzentrieren muss, um nicht von seinem Weg abzukommen.