"Wir müssen schon noch 'was tun", mahnt Trainer Armin Veh. Selbst die vereinseigene Homepage der Stuttgarter geht davon aus, dass dem Gegner aus Bulgarien ja "nur noch ein mittelschweres Wunder" wird helfen können. Sportdirektor Horst Heldt aber betont: "Wir müssen vor jedem Gegner Respekt haben. Zu sagen, die haben sowieso keine Chance mehr, wäre fatal."
Veh mahnt deshalb, volle Konzentration sei erforderlich, doch mit der Einstellung scheint seine Mannschaft in dieser Saison bisweilen Probleme zu haben. Nach dem trostlosen Kick vor zwei Wochen in der bulgarischen Hauptstadt, wo Mario Gomez den VfB mit seinen beiden Treffern vor einer argen Blamage bewahrte, war Veh trotz des Sieges der Kragen geplatzt. "Wenn wir in der Bundesliga so spielen, haben wir keine Chance. Dann brauchen wir gar nicht erst anzutreten", erboste er sich.
Es folgten prompt zwei Siege, gegen den Karlsruher SC (3:1) sowie gegen Arminia Bielefeld im DFB-Pokal (2:0). Veh war zufrieden, glaubte gar eine neue Souveränität bei seiner Mannschaft erkannt - und wurde gleich wieder enttäuscht. Das 0:3 bei Borussia Dortmund ließ den Trainer wieder stark zweifeln an den Fähigkeiten seiner Auserwählten: "Wir haben alles vermissen lassen, was ein Bundesligaspiel ausmacht: Ballsicherheit, Passspiel und Laufbereitschaft."
Nun also das Spiel gegen Warna - es wird auch eine Art Charaktertest werden. Allerdings geht der VfB etwas gehandicapt in die Begegnung gegen den doch eher mittelmäßigen bulgarischen Erstligisten. Pavel Pardo, Khalid Boulahrouz, Jan Simak und Yildiray Bastürk fallen aus, darüber hinaus meldete sich am Mittwoch auch noch Innenverteidiger Mathieu Delpierre mit Fieber ab. Erstmals zum Einsatz kommen wird dafür voraussichtlich Nachwuchsspieler Sebatian Rudy.