Der überraschende Finaleinzug von Arminia Bielefeld im DFB-Pokal könnte dem Fußball-Drittligisten noch Terminstress bescheren und Einfluss auf den Terminkalender nehmen. Nach dem 2:1 (2:1) im Pokal-Halbfinale gegen Titelverteidiger Bayer Leverkusen steht die Arminia am 24. Mai erstmals im Endspiel in Berlin.
Für denselben Tag ist indes auch das Endspiel des Westfalenpokals terminiert. Auch hierfür sind die Ostwestfalen qualifiziert. Der Gegner wird noch im Duell SV Rödinghausen gegen die Sportfreunde Lotte am 16. April ermittelt.
Auch dieses Finale ist wichtig für den früheren Bundesligisten Bielefeld. Sollte die Arminia das DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart oder RB Leipzig nämlich verlieren und in der 3. Liga nicht mindestens Vierter wären, wären sie in der kommenden Saison nur als Sieger des Westfalenpokals überhaupt auch wieder im DFB-Pokal dabei. In der 3. Liga ist das Team von Trainer Mitch Kniat mit zwei Punkten Vorsprung auf den FC Ingolstadt derzeit Tabellenvierter.
Allerdings liegt Bielefeld nach 30 von 38 Spieltagen auch nur einen Punkt hinter dem Dritten 1. FC Saarbrücken. Sollten die Arminen am Saisonende Dritter werden, stünden die Relegationsspiele zur 2. Bundesliga an. Und das Hinspiel ist für den 23. Mai - nur einen Tag vor dem Pokalfinale in Berlin - terminiert. Das Rückspiel soll eigentlich am 27. Mai stattfinden.
„Da muss man schon gucken, dass man das anders terminiert kriegt“, forderte Bielefelds Vereinslegende Fabian Klos bei Sky. „Das kann man in der Form nicht spielen. Das geht nicht.“
Relegationsspiele zur 2. Liga könnten verlegt werden
Und tatsächlich: Laut DFB sind genau für solch einen Fall Ausweichtermine im Rahmenterminkalender vorgesehen. Das Relegations-Hinspiel würde demnach dann bereits am 21. Mai und das Rückspiel erst am 28. Mai ausgetragen. Herausfordernd würde dieses Programm für den Drittligisten aber allemal.
Finanziell lohnt es sich jedoch: Bielefeld hat im DFB-Pokal schon jetzt rund 9,3 Millionen Euro sicher. Sollte die Arminia den DFB-Pokal gewinnen, dann würde die Summe auf rund 10,8 Millionen Euro ansteigen - eine enorme Finanzspritze für den Drittligisten.
Für die erste Runde: 209.453 Euro
Für die zweite Runde: 418.906 Euro
Für die dritte Runde: 837.813 Euro
Für die Viertelfinalspiele: 1.675.625 Euro
Für die Halbfinalspiele: 3.351.250 Euro
Für den Final-Verlierer: 2.880.000 Euro
Für den DFB-Pokal-Sieger: 4.320.000 Euro
Und dann wäre da ja noch die Europa League. In die zieht der Sieger des DFB-Pokals ein - auch, wenn er ein Drittligist sein sollte. Arminia Bielefeld könnte in der kommenden Saison also international spielen, müsste dafür aber gewinnen. Sollte sich der Pokalsieger bereits über die Bundesliga qualifiziert haben, dann würde der siebte Platz zur Teilnahme an der Conference League berechtigen.
VIP-Tickets für das DFB-Pokalfinale sind bereits zu haben
Und dann bleibt natürlich die Frage nach Tickets für den großen Tag. Spätestens am Montag, 7. April, will die Arminia über Verkaufsmodalitäten informieren. Beide Finalisten erhalten rund 24.500 Karten. Der Verkauf soll online stattfinden. VIP-Karten werden schon jetzt über den DFB vertrieben.