War der Rasen Schuld an Bayer Leverkusens blamablem Ausscheiden auf der Bielefelder Alm? So weit wollten es die Leverkusener Bosse nicht spinnen, doch nach dem 1:2 im DFB-Pokal-Halbfinale bei Arminia Bielefeld meckerte Bayer-Boss Fernando Carro über die Platzverhältnisse.
"Ich habe mich vor dem Spiel geärgert, dass nicht gewässert wurde. Das muss ich dem Rettig sagen", sagte er und meinte damit DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig.
Carro war kaum zu beruhigen. Er polterte: "Es war ein kollektives Versagen. Trotzdem ärgert es mich, dass der Platz nicht gewässert wurde. Das ist eine Regularien-Sache. Da muss der DFB eine Strafe machen. Das geht nicht. Das kann ich nicht akzeptieren."
Das sehen die Verantwortlichen von Arminia Bielefeld natürlich ganz anders. "Wir machen das in keinem Ligaspiel. Dann haben wir gesagt: Warum sollen wir das heute machen? Dann haben wir ja einen Nachteil, wenn wir den Platz wässern", sagte Sportchef Michael Mutzel.
Klar: Wenn der Rasen nass ist, dann wird der Ball schneller. Ein Vorteil für technisch stärkere Teams wie Bayer 04 Leverkusen. Also hat Arminia Bielefeld ein wenig in die Trickkiste gegriffen. "Wir haben vor dem Spiel mit dem Schiedsrichter darüber gesprochen. Wenn der Platz gewässert wurde - morgens - dann muss man ihn nicht mehr wässern", sagte Mutzel weiter.
Klar: Abends war der Rasen natürlich wieder trocken, das Wasser längst versickert. Auf dem trockenen Platz setzte sich Bielefeld mit 2:1 durch, steht sensationell im DFB-Pokalfinale.
Leverkusens Trainer Xabi Alonso zeigte sich am Sky-Mikrofon als fairer Verlierer, frustriert war der Trainer dennoch: "Alle sind enttäuscht. Ich muss Arminia Bielefeld gratulieren, sie haben besser gespielt. Wir sind enttäuscht. Das ist Fußball."
Die Meisterschaft bleibt die einzige Titelchance für Bayer, der Rückstand auf Tabellenführer Bayern München beträgt sechs Punkte. "Es ist nicht einfach, aber wir versuchen es", sagte Alonso: "Das ist unser Wettbewerb jetzt."