Dabei hatte es vor nur 30.000 Zuschauern im Giuseppe-Meazza-Stadion mehr als eine Stunde lang nach einer Niederlage für die Gäste ausgesehen. Denn Inter beherrschte über weite Strecken Ball und Gegner und ging auch schon in der 13. Minute in Führung. Der aufgerückte Außenverteidiger Maicon nutzte eine Unaufmerksamkeit in der Bremer Hintermannschaft und überwand Werder-Torhüter Tim Wiese mit einem Lupfer.
Bei weiteren Torgelegenheiten hingegen fand die Mannschaft von Mailands Trainer Jose Mourinho in Wiese ihren Meister oder verfehlte knapp das Ziel. Der Bundesliga-Dritte, bei dem Coach Thomas Schaaf eine eher defensive Aufstellung gewählt hatte, brauchte lange um sich vom großen Angriffsdruck des italienischen Meisters lösen zu können.
Doch da die Gastgeber nach ihrer Führung die Zügel ein wenig schleifen ließen, kamen die Hanseaten peu a peu immer besser zur Geltung und hätten mit ein wenig Glück schon vor dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Lubos Michel aus der Slowakei den Ausgleich erzielen können. Aus kurzer Distanz traf Pizarro in der 39. Minute nur den Pfosten.
Nach dem Seitenwechsel war der 16-malige italienische Champion einem zweiten Treffer sehr nahe. Insbesondere in der 48. Minute, als der Brasilianer Adriano in aussichtsreicher Position den Ball knapp verzog. Danach steigerten sich die Norddeutschen von Minute zu Minute, erarbeiteten sich sogar Feldvorteile und hätten schon elf Minuten vor ihrem Ausgleichstreffer jubeln können. Der wie schon in den vergangenen Spielen sehr auffällige Mesut Özil scheiterte mit einem Distanzschuss am nicht immer sicheren Inter-Schlussmann Julio Cesar.
In der Schlussphase verlor Inter dann völlig seine spielerische Linie und versuchte nur noch mit der Brechstange den zweiten Sieg der Gruppenphase nach dem 2:0-Auftakterfolg bei Panathinaikos Athen doch noch unter Dach und Fach zu bringen. Die Bremer hingegen versuchten mit spielerischen Mitteln das Remis zu halten, hatten aber drei Minuten vor Schluss viel Glück, als Maicon mit einem 20-m-Schuss nur den Pfosten traf.
Mittelfeldspieler Sulley Muntari sowie der stets gefährliche junge Angreifer Mario Balotelli waren die stärksten Akteure beim zweimaligen Weltpokal-Sieger, der im Mittelfeld auf seinen portugiesischen Superstar Luis Figo wegen einer Fußverletzung verzichten musste. Aus der Bremer Mannschaft, die ihr nächstes Gruppenspiel am 22. Oktober in Athen austragen muss, ragten Torschütze Pizarro sowie Özil heraus.