10:0! Dieses Ergebnis stand am Ende auf der Anzeigetafel der Partie FC Remscheid gegen FK Jugoslavia Wuppertal. Ein historisches Spiel, ist es doch der höchste Pflichtspielsieg der Remscheider seit „langer, langer Zeit“ wie der Verein selbst mitteilt.
Der Erfolg passt zur aktuellen Saison der Röntgenstädter. Sie führen die Bezirksliga souverän mit neun Punkten Vorsprung an. Am kommenden Mittwoch, beim Nachholspiel gegen den TV Dabringshausen, könnten sie diesen sogar auf 12 Punkte ausbauen. Auch für den Trainer Zdenko Kosanovic war es eine besondere Partie: „Ich habe nicht mit so einer Leistung meiner Mannschaft gerechnet. Gerade aufgrund der letzten Ergebnisse der Wuppertaler und unserem knappen 2:0-Sieg aus dem Hinspiel. Ganz im Gegenteil, ich habe meiner Mannschaft vor dem Spiel immer wieder gesagt, dass sie den Gegner ernst nehmen sollen.“
Doch das war nicht der einzige Aspekt, den Kosanovic im Vorfeld des Spiels angesprochen hat. In den ersten beiden Spielen nach der Winterpause haben die Blau-Weißen erst fünf Tore erzielt. Dabei verfügen sie über die torgefährlichste Offensive der Liga. 82 Tore stehen mittlerweile auf ihrem Konto. Mit Ferath Ülker, Patrick Posavec und Aleksander Stanojevic sind drei Remscheider unter den zehn besten Torschützen in der Bezirksliga. Aus diesem Grund hat Kosanovic zurecht die „Torausbeute im letzten Spiel“ bemängelt.
Die Spieler haben sich die Worte ihres Trainers zu Herzen genommen und ihn mit gleich zehn Treffern von ihrer offensiven Qualität überzeugt. Doch auch nach dieser Reaktion will Kosanovic noch nichts vom Aufstieg wissen: „Damit beschäftigen wir uns erst, wenn theoretisch nichts mehr möglich ist. Ich warne immer wieder davor.“.
Dennoch hält das Thema Landesliga Einzug beim FC Remscheid. Spätestens beim Thema Kaderplanung muss sich auch der Trainer mit dem, ihm eher leidigen Thema, auseinandersetzen. Immerhin soll dem direkten Wiederaufstieg kein direkter Wiederabstieg folgen. Verstärkung ist das Stichwort: „Man muss sich immer verstärken. Das ist ein ganz normaler Vorgang. Für manche reicht die Qualität aus, um jetzt noch mit zu halten aber man muss schauen. Für jede Position nur eine Option zu haben, ist zu wenig.“
Zdenko Kosanovic spricht aus Erfahrung. In der aktuellen Saison stehen ihm vom seinem ursprünglich 25 Mann großen Kader nur 16 Spieler zur Verfügung. Die anderen neun Spieler fehlen „aus verschiedenen Gründen“. Eine Geschichte, die sich in der kommenden Saison nicht wiederholen soll.