Obwohl der HSV bereits in der vergangenen Woche nach Rücksprache mit dem Profi eine Abstellung des 22-Jährigen ausgeschlossen hatte, wurde Kompany nun doch von seinem Heimatland nominiert. Während die Hamburger auch weiterhin auf ihrem Standpunkt beharren wollen, kündigten die Belgier an, die FIFA einzuschalten.
Vom Fußball-Weltverband sind die Abstellungsregeln nur schwammig formuliert. Zuletzt hieß es von Seiten der FIFA, dass "die Freigabe von Spielern, die jünger als 23 Jahre sind, schon immer Pflicht war. Diese Prinzipien sollen auch für Peking gelten." Allerdings wird das olympische Turnier nicht im offiziellen FIFA-Kalender geführt. Sollten die Belgier dennoch Recht bekommen, könnte ein Präzedenzfall geschaffen werden. In der Bundesliga hatten zuletzt 1899 Hoffenheim und Schalke 04 ihren Spielern Chinedu Obasi (Nigeria) und Rafinha (Brasilien) die Freigabe verweigert. Beide Spieler sind 22 Jahre alt. Werder Bremens Brasilianer Diego, der ebenfalls nicht abgestellt werden soll, hat seinen 23. Geburtstag hingegen bereits hinter sich.
Weitere HSV-Personalie: Torhüter Frank Rost hat das Trainingslager im österreichischen Längenfeld verletzungsbedingt abgebrochen. Der 35-Jährige leidet an einer Bauchmuskelzerrung. "Ich hoffe, es dauert nur ein paar Tage bis die Blessur verheilt ist", sagte HSV-Coach Martin Jol. Im Testspiel am Mittwochabend gegen den tschechischen Erstligisten Slovan Liberec sollte Ersatzkeeper Wolfgang Hesl zum Einsatz kommen.