Und es gibt Stefan Kratofiel, auch für den Mittelstürmer kann es eine ganz entscheidende Spielzeit werden, schließlich verliefen die letzten Jahre durchaus unruhig. Für eine kontinuierliche Karriere waren einfach zu viele Clubs beteiligt. Am Dienstag-Nachmittag stieg „Krato“ nach absolviertem Türkei-Urlaub ins Vorbereitungsprogramm ein. „Am Samstag musste ich dann den Laktatwerttest nachholen“, berichtet der Knipser an. Ein heißgeliebter Termin.
Nach seiner Jugend bei der U19 von Fortuna Düsseldorf kamen für den jetzt 24-Jährigen eine Menge Etappen, er heuerte bei etlichen Clubs an, nie blieb er wirklich lange. „Ich habe bei zu vielen Vereinen gespielt“, bestätigt Kratofiel, „aber meine Entwicklung war jedes Jahr besser.“ Eine Knieverletzung (Riss Innen- und Außenband) war und ist in ihren Auswirkungen eine Gratwanderung. „Der Gedanke kam, dass es auch vorbei sein kann“, gibt Kratofiel ehrlich zu. Frust pur, Lustlosigkeit kam auf. „Dann geht man auch einmal zu McDonalds.“ Oder auch einmal zu viel. Der Ex-Bochumer: „Schnell hat man die Kilos drauf. Damit habe ich noch etwas zu kämpfen.“ Vor allen Dingen am Samstag, wenn Blut gezapft wird.
Vorab hatte sich der Kicker natürlich bereits erkundigt. „Mir wurde angekündigt, dass der Coach ein Netter ist, auch das Training sei sehr gut und abwechslungsreich.“ Feldhoff wird ihm seine Ziele darlegen, ihm auch die Rolle genau erläutern, die er für ihn angedacht hat. Schließlich ist der Ex-Profi selbst Stürmer, würde also direkt mit dem ehemaligen Gladbecker zusammen zaubern. Und natürlich will er einen fitten Mitspieler. „1,84 Meter und 84 Kilo sollten in Ordnung sein“, sinniert Kratofiel. Mal abwarten, was die Blutwerte aussagen. Der Ex-Solinger hat noch einen Kontrakt bis 2009, lockere Anfragen habe es nach dem Ende der letzten Spielzeit. „Aber man kennt das ja, es wird viel gequatscht.“ Geäußertes Interesse entpuppt sich dann oft als heiße Luft.
Der Linksfuß kommt an sich ziemlich ins Grübeln, wenn er an die weitere Saisonplanung denkt, die er mit seinem Job als Werkzeugmechaniker bei Saint Gobain in Willich koordinieren muss. „Das könnte eng werden, bei uns wird es Schichtdienst geben.“ Was bedeutet, dass er zwei Wochen lang trainieren könnte, in den nächsten 14 Tagen dann wieder nicht. Kratofiel: „Früh- und Spätschicht.“ Reich wird der Mann bei der SSVg nicht, somit ist klar – Kratofiel: „Der Job geht vor.“
Auch wenn es nervt, dass es ein Zeitproblem geben könnte. Wichtig ist, privat hat Kratofiel alles im Griff, mit Freundin Jenny wohnt er jetzt seit 18 Monaten unter einem Dach. „Sie ist schon froh, dass das Training wieder beginnt“, grinst Kratofiel breit.