22.04.2018

RWE

Lucas über Vorwürfe, er spiele nur wegen seines Vaters

Foto: Michael Gohl

Nico Lucas glänzte beim 1:0-Sieg von Rot-Weiss Essen über Alemannia Aachen am Samstag mit einer Vorlage - und äußerte sich anschließend zur Kritik an seiner Person.

In der 61. Minute klappte es endlich. Nico Lucas marschierte über die linke Seite, sein Gegenspieler, der Aachener Nils Winter, versuchte ihn per Grätsche zu stoppen - doch über Umwege fiel dem Essener die Kugel wieder vor die Füße. Er ging bis an die Grundlinie, hob kurz den Kopf und legte dann zurück an den Elfmeterpunkt. Dort zog Kapitän Benjamin Baier aus kurzer Distanz ab - und sorgte für den umjubelten, letztlich entscheidenden Treffer beim 1:0-Erfolg über Alemannia Aachen am Samstagnachmittag.

Der Assist-Geber selbst gab sich nach Spielende bescheiden: "Ich freue mich immer über gute Aktionen, besonders wenn ich mit der Vorlage mithelfen kann. Dazu war Bennis Abschluss ins kurze Eck sehr gut."

Dabei war die Entstehung des Treffers keine Zufallsproduktion, sondern ein Stück weit einstudiert. Nur wenige Augenblicke zuvor eine ähnliche Situation (60.). Lucas stieß in den linken Halbraum und spielte Kevin Grund mit einem griffigen Pass im Sechzehner frei. Der verpasste mit seinem Abschluss aus spitzem Winkel das Tor nur um Zentimeter. "Wir haben darüber gesprochen, dass wir unser Spiel verändern und variabler sein wollen", bestätigte Lucas nach Abpfiff.

Aufstieg zum Stammspieler

Es war die zweite Torbeteiligung des jungen Eigengewäches, der im September 2016 sein Senioren-Debüt feierte und in dieser Saison zum Stammspieler aufgestiegen ist. Aufgrund von taktischem Geschick und läuferischer Disziplin stand er in 19 von 29 Spielen von Beginn an auf dem Rasen, nur zwei Mal kam er gar nicht zum Einsatz. Egal ob Sven Demandt, Argirios Giannikis oder nun Karsten Neitzel - alle drei RWE-Trainer der Saison schätzen Lucas' Qualitäten.

Ihn als Leistungsträger zu bezeichnen, wäre nicht unangebracht. Doch obwohl man als Spieler an der Hafenstraße naturgemäß keinen leichten Stand hat, wird dem 20-Jährigen besonders kritisch auf die Füße geschaut. Immer wieder kommt der Vorwurf, der Mittelfeldmann spiele nur, weil er der Sohn des Sportlichen Leiters Jürgen Lucas ist. Wirklich belastend sei das aber nicht, so Lucas. Was "solche Leute" sagen, interessiere ihn nicht. "Das ist das Schwächste, was man sagen kann. Wenn Leute meinen, ich wäre als Spieler nicht gut, ist das okay, jeder kann sich seine Meinung bilden. Aber zu sagen, das wäre wegen meinem Vater, da mache ich mir nichts draus."

Durch seine starke Leistung im Aachen-Spiel hat der gebürtige Essener ohnehin keinen Raum für Kritik zugelassen. Bei seiner Auswechslung gut zehn Minuten nach seiner Vorlage wurde er mit Applaus verabschiedet. Und später schrieb ein RevierSport-User: "Dass Lucas nach all der Schelte das Tor vorbereiten konnte, freut mich für ihn." Versöhnliche Worte an einem versöhnlichen RWE-Wochenende.

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