Eine Woche vor dem Liga-Auftaktspiel der Schwaben bei Borussia Mönchengladbach tat der haushohe Favorit nur das Nötigste, um in die zweite Runde einzuziehen.
Trotz überlegener Spielweise blieb das erwartete Tor-Festival der Stuttgarter zunächst aus. Neuzugang Martin Lanig sorgte vor 8500 Zuschauern im Stadion Wilschenbruch in der elften Minute für die Gäste-Führung. Vor der Pause nutzte Roberto Hilbert zudem einen Fehler von Hansa-Keeper Michael Hopp zum 2:0 für den VfB (26.). Nach dem Seitenwechsel traf zudem Nationalspieler Mario Gomez (58. /78.). Andre Berger (84.) per Eigentor sorgte für den Endstand.
Dennoch tat sich der dreimalige Cup-Gewinner gegen die engagierte Abwehrarbeit des krassen Außenseiters unerwartet schwer. Vor allem vor dem gegnerischen Tor leistete sich die Mannschaft von Trainer Armin Veh zahlreiche Unkonzentriertheiten. So vergab Gomez im ersten Durchgang gleich mehrere gute Torgelegenheiten - die beste, als er in der 40. Minute den Ball selbst aus fünf Meter freistehend nicht an Hopp vorbei brachte.
Auch nach dem Seitenwechsel war das Stuttgarter Spiel vor allem von mangelnder Chancenverwertung geprägt. Vier Minuten nach der Pause war es erneut Gomez, der an der Strafraumgrenze am gegnerischen Schlussmann scheiterte. Mit zunehmender Spieldauer machte sich bei den Gastgebern der Kräfteverschleiß bemerkbar, was sich am Ende auch im Ergebnis widerspiegelte.
Vedad Ibisevic hat Bundesliga-Neuling 1899 Hoffenheim vor einer Blamage bewahrt. Der bosnische Nationalspieler bescherte der Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick mit seinem Tor in der 77. Minute zum 1:0 (0:0) beim Regionalligisten Chemnitzer FC die zweite DFB-Pokal-Runde. Damit hat Hoffenheim, das am kommenden Samstag mit dem Punktspiel bei Energie Cottbus startet, zum dritten Mal in der Klubgeschichte die erste Runde überstanden.
Vor 6758 Zuschauern im Stadion an der Gellertstraße begannen die Gäste, bei denen der am vergangenen Donnerstag verpflichtete brasilianische Stürmer Wellington Luis de Sousa noch nicht im Kader stand, druckvoll. Der Pokal-Viertelfinalist der vergangenen Saison erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten, die oft von dem starken Ballverteiler Luiz Gustavo eingeleitet wurden.
Doch sowohl die Stürmer Demba Ba (2./11.) und Ibisevic (24./42. ), als auch der im rechten Mittelfeld aufgebotene Tobias Weis (22.) fanden ihren Meister im glänzend aufgelegten Chemnitzer Schlussmann Sebastian Klömich.
Der vom neuen Trainer Gerd Schädlich gut eingestellte Viertligist hielt trotz spielerischer Unterlegenheit aber kämpferisch dagegen und hätte durch Steffen Kellig (45.) Sekunden vor der Pause den Spielverlauf auf den Kopf stellen können. Hoffenheim-Keeper Ramazan Özcan konnte allerdings auf der Torlinie mit einer Glanzparade retten.
1899-Coach Rangnick, dessen Team in den Testspielen der Saisonvorbereitung ohne Niederlage geblieben war, musste bei den Sachsen auf Mittelfeldspieler Sejad Salihovic (Muskelfaserriss) und Stürmer Chinedu Obasi (Olympiateilnahme) verzichten. Dafür konnten die zuletzt angeschlagenen Özcan und Weis wieder mitwirken.
Die Gäste hielten auch in der zweiten Hälfte die Schlagzahl hoch und hatten durch Ibisevic eine hundertprozentige Torchance. Der 24-jährige Bosnier brachte jedoch das Kunststück fertig, den schön von Carlos Eduardo nach innen geflankten Ball aus zwei Metern in die Arme von Klömich zu befördern.
Bei den Hoffenheimern überzeugten die Brasilianer Carlos Eduardo und Luiz Gustavo. Auf Chemnitzer Seite verdienten sich Torwart Klömich und der quirlige Mittelfeldspieler Marcel Schlosser die Bestnoten.