Alles also normal, der Regionalligist RWE kann sich ohne großartigen Frustrucksack auf den Meisterschaftsstart am kommenden Freitag, 15. August, in Lotte vorbereiten. Auf den BVB wartet das Gastspiel in Leverkusen einen Tag später. „Ein sehr engagiertes, gutes Spiel von RWE. Das war ein sehr unangenehmer, disziplinierter, willensstarker Gegner. Wir sind zufrieden, dass wir das Match in dieser Art und Weise gewinnen konnten. Meine Truppe ist damit sehr gut umgegangen“, atmete Borussia-Trainer Jürgen Klopp durch. Der BVB bewies, dass die Ansprüche, die an die Truppe gestellt werden, erfüllbar sind.
RWE-Coach Michael Kulm bilanzierte: „Wir sind natürlich schon enttäuscht, wir hatten uns die Überraschung und Sensation vorgenommen. Aber ich bin sehr zufrieden mit der Leistung." Weil Lotte existenzieller ist. Halbwegs einverstanden wird man bei RWE mit der finanziellen Ausbeute sein: Knapp 250000 Euro bleiben (Zuschauereinnahmen, TV-Geld, Vermarktung). „Über den Daumen“, nickt Nico Schäfer, RWE-Geschäftsführer. Die Führung von Tamas Hajnal (14.) konterte Stefan Lorenz (18.), Florian Kringe (60.) und Nelson Valdez (71.) entschieden das Duell.
Klopp analysierte: „Die Absicherung der offensiven Bemühungen stimmte nicht immer. In Durchgang zwei klappte das besser.“ Was für den Ex-Mainzer viel bedeutsamer war: „Meine Auswahl deutete das neue Gesicht an, über das wir wochenlang sprachen, die Jungs waren zielgerichtet und laufbereit. Damit war ich sehr einverstanden.“ Auch damit, dass ihm die Verlängerung erspart blieb. „Auf die Uhr habe ich nur in den letzten Minuten geguckt.“ Kulm hatte diese Perspektive „vielleicht erhofft, aber darauf spekulierte ich nicht.“ Der A-Lizenzinhaber ist eher ein Mann der Fakten, er sah „taktische Disziplin“, dazu auch „Tempogegenstöße“ mit dem Resultat, dass „wir den Gegner in Unruhe versetzten. Das war mutig.“ Der BVB war gestern, man verlor, an das Lotter Kreuz will man sich aber nicht nageln lassen. Kulm: „Gesehen haben wir auch, auf diesem Niveau kann man sich nicht viele Fehler leisten. Das wurde bestraft. Die Tore dokumentierten den Unterschied. Vor 21000 Zuschauern vergisst man schnell, in welcher Klasse man Fußball spielt.“ Das ist die Regionalliga. Kulm fordert unmissverständlich: „Jetzt heißt es, zurück zur Realität, wir sind Viertligist, der BVB will das internationale Parkett. Respekt vor meiner Truppe.“