Neben Bitter war der durchsetzungsstarke Michael Kraus mit sieben Treffern bester Mann im Team von Bundestrainer Heiner Brand. Nach dem lange wackeligen Auftakt warten auf dem Weg zum angepeilten Viertelfinale im Zwei-Tage-Rhythmus noch Island (Dienstag, 20.45 Uhr Ortszeit/14.45 MESZ), Afrikameister Ägypten, Rekord-Olympiasieger Russland und Europameister Dänemark.
In der Parallelgruppe spielen die Ex-Weltmeister Frankreich und Spanien sowie Olympiasieger Kroatien, Vize-Weltmeister Polen, Brasilien und Gastgeber China. Die jeweils ersten Vier aus den beiden Sechser-Gruppen qualifizieren sich für die Runde der letzten Acht.
Mit Rückkehrer Christian Schwarzer am Kreis und Michael Kraus in der Mitte sowie den zuletzt angeschlagenen Pascal Hens, Holger Glandorf (beide Bauchmuskelzerrung) und Torsten Jansen (Wadenverletzung) ging der Olympia-Zweite von Athen in das mit 3000 Zuschauern nur halb gefüllte Olympic Sports Center Gymnasium. Wie erwartet mit schnellen Beinen und einer offensiven Deckung hielten die Südkoreaner dagegen und bereiteten der deutschen Offensive große Probleme. Viel zu selten klappten die Anspiele in die Lücken am Kreis, viel zu oft führten Passfehler zu Ballverlusten. Die Deckung stand ordentlich, und als der starke Johannes Bitter beim Stand von 8:8 in der 16. Minute für WM-Held Henning Fritz ins Tor kam, brachten die Koreaner den Ball acht Minuten lang nicht im Tor unter. Allerdings lief sich auch die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) sieben Minuten lang in der Deckung Südkoreas fest, erst Kraus schaffte in der 23. Minute mit dem 9:8 den nächsten Treffer.
Doch die Fehler wurden nicht weniger, Torhüter Kang Ilkoo war immer wieder Endstation, und die wendigen Koreaner mit dem eingewechselten Bundesliga-Rekordtorschützenkönig Yoon Kyung-Shin nutzten die Schwächen bis zur Halbzeit eiskalt aus. Mit einem Drei-Tore-Rückstand ging es in die Kabine. Mit einem wunderbaren Dreher des eingewechselten Dominik Klein auf Linskaußen starteten die Deutschen dann mit dem Wiederanpfiff ihre Aufholjagd - und hinten wurde Johannes Bitter immer mehr zum unüberwindbaren Hindernis.
In der 42. Minute war es dann der bis dahin völlig unauffällige Pascal Hens, der zum 17:17 wieder den Ausgleich schaffte. Es folgte durch einen Siebenmeter von Jansen die erste Führung zum 20:19 (49.). Als den Südkoreanern nun zunehmend die Kräfte schwanden, setzten sich die Deutschen ab, kamen am Ende zu einigen Gegenstoßtoren für das Selbstvertrauen und durften sich von den zahlreichen deutschen Fans auf der Tribüne feiern lassen.