Das Organisationskomitee der Spiele (BOCOG) sieht keinen Grund zur Sorge und weist Vorwürfe zurück, dass viele Zuschauer nicht zu den Sportstätten zugelassen worden seien. "Es ist Tradition, dass sich Sponsoren und VIPs viele Karten verschaffen und dann an den Vorrunden nicht so interessiert sind", sagte BOCOG-Vizepräsident Wang Wei auf einer Pressekonferenz am Sonntag.
Beim Auftaktsieg der deutschen Handballerinnen gegen Brasilien war die Halle mit weniger als 3000 Zuschauern nicht mal zur Hälfte gefüllt. "Es hieß, die Hallen seien ausverkauft - und die Chinesen geben sich auch viel Mühe, aber es ist schade für Olympische Spiele, wenn so viele Plätze hier leer bleiben", kritisierte die deutsche Spielmacherin Maren Baumbach. Kapitän Grit Jurack sagte lediglich: "Wir kennen das ja schon von Vorrunden bei Welt- und Europameisterschaften."
Der deutsche Chef de Mission, Michael Vesper, hat zwar von dem Problem gehört, seine Erfahrungen waren allerdings andere. "Ich persönlich habe beim Judo und Beachvolleyball festgestellt, dass die Tribünen für Vorrunden-Wettkämpfe gut gefüllt waren", sagte der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Er habe noch keine Erklärung, warum es woanders nicht so gewesen sei: "Ich bin aber sicher, dass sich demnächst die Lage bessern wird." Laut BOCOG-Vize Wang Wei solle sich das Bild von den Tribünen der Wettkampfanlagen in den nächsten Tagen ändern: "Wir bemühen uns sehr, dass nichts verschwendet wird und dass so viele Menschen wie möglich Zugang zu den Sportstätten haben."
Das Organisationskomitee BOCOG hatte vor zwei Wochen bekanntgegeben, dass alle 6,8 Millionen Karten für die Spiele verkauft worden seien. Die Nachfrage habe alle Erwartungen übertroffen, meinten die Veranstalter damals stolz. Die Pekinger Polizei hatte sogar mehrere Personen festgenommen, die Tickets auf dem Schwarzmarkt verkaufen wollten