Die Anhänger der Füchse Duisburg können sogar berechtigt darauf hoffen, die vielleicht erfolgreichste Saison der DEL-Geschichte mitzuerleben. Daher löste der Großsponsor seine Aussage auch im selben Atemzug mit einem Augenzwinkern auf: Vom Verlieren habe er die Schnauze voll.
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Bekam schon vor Saisonstart seine Papiere: Ray DiLauro. (RS-Foto: fotopuls)
Eine Gemütslage, mit der er in Duisburg weiß Gott nicht alleine dasteht. Allein mangelte es in den Vorjahren schlicht an adäquatem Personal. Problem erkannt, Problem gelöst. Pape öffnete das Portmonee und engagierte Qualität. So hofft man bei den Füchsen zumindest. Zudem blieben die Verantwortlichen auch im Vereinsumfeld alles andere als untätig. Neben der langfristig angelegten Kooperation mit dem Herner EV wurde auch in der Außendarstellung, nicht zuletzt durch eine gelungene Plakataktion, mächtig für die neuen Füchse getrommelt. Bleibt also zu hoffen, dass die Zuschauer möglichst zahlreich in die Scania-Arena pilgern werden. Allein, was sie dort zu sehen bekommen werden, steht offenbar noch in den Sternen.
Keine Frage, Cracks wie Jean-Luc Grand-Pierre, Alexander Selivanov, Jan Kunce und Daniel Alinc haben ihre DEL-Qualität zur Genüge nachgewiesen. Im gleichen Moment drängt sich der Zweifel jedoch nahezu auf: Hat sich Pape eine saturierte Rentner-Band zusammengekauft oder entfachen die Routiniers im Oktober ihrer Karriere noch einmal echte Herbst-Stürme? Zum Schlüsselbegriff könnte in diesem Zusammenhang der „Teamgeist“ werden.
Zugänge: T Ilpo Kauhanen (Adler Mannheim), V Anton Bader (Düsseldorfer EG), V Daniel Kunce (Krefeld Pinguine), V Jean-Luc Grand-Pierre (Lowell Devils/AHL), V Stanislav Jasecko (HC Plzen), S Michael Rimbeck (SC Riessersee/2.BL), S Michal Sup (HC Slavia Prag), S Johannes Sedlmayr (EC Bad Tölz/DNL), S Sebastian Pigache (Düsseldorfer EG/DNL), S Jan Alinc (Krefeld Pinguine), S Alexander Seliwanow (HC Fribourg-Gotteron/Schweiz)
Abgänge: T Christian Rohde (EVR Tower Stars/2.BL), V Torsten Kienass (Karriereende), V Dustin VanBallegooie (Sönderjysk Elitesport/Dänemark), V Jeff Paul (HC Fassa/Italien), S Peter Högardh (Rögle BK/Schweden), S Adam Courchaine (Düsseldorfer EG), S Christian Hommel (Iserlohn Roosters), S Christopher Oravec (EVR Tower Stars/2.BL)
Trainer: Karel Lang (wie bisher)
Exemplarisch gab bereits die Halsüberkopf-Trennung vom vermeintlichen Top-Star Pat Lebeau einen Vorgeschmack. Trotz namhafter Verpflichtungen ist in Duisburger für Diven kein Platz und Pape ist offenbar nicht gewillt, Kontingentspieler, die hinter den Erwartungen zurückbleiben, durchzuschleppen. Das bekamen zuletzt auch Raymond DiLauro, Petri Liimatainen und Lars-Erik Spets zu spüren, die nicht lizenziert werden und sich nach einem neuen Club umtun können. Trainer Karel Lang dürfte um seine Aufgabe, es den Routiniers recht zu machen und gleichzeitig ein Team zu formen, jedenfalls nicht zu beneiden sein. Auch, weil der Coach bei andauerndem Misserfolg schnell in die Schusslinie geraten könnte.
Hinzu kommt die komplett verkorkste Vorbereitung. Kein ungeschickter Schachzug, diese fast komplett außerhalb der eigenen Stadtgrenzen zu absolvieren. Denn bis auf eben das einzige Heimspiel gegen den Herner EV hatten die Rheinländer nicht viel zu bestellen. Selbst gegen den Oberligisten Hannover Indians sprang nur ein 3:3 heraus. Zu oft wirkte es, als würden die potenziellen Führungskräfte mit halber Kraft agieren. Umso wichtiger ist es für den EVD, zum Saisonstart den Hebel umzulegen. Sollte das gelingen und alle Spieler ihre volles Potenzial abrufen, könnte am Ende der Saison sogar ein Pre-Play-off-Platz drin sein. Und, wer weiß, vielleicht spricht schon im Frühjahr in Duisburg niemand mehr vom Verlieren.