Der Weltreiter-Verband FEI lässt sich bei der Analyse der B-Probe von Christian Ahlmanns Pferd Cöster offenbar mehr Zeit als zunächst angenommen. "Es kann gut sein, dass die 7-Tage-Frist bis zuletzt ausgeschöpft wird", sagt der deutsche Team-Tierarzt Björn Nolting am Mittwoch.
Reinhard Wendt, Delegationsleiter der deutschen Mannschaft in Hongkong, war zunächst davon ausgegangen, dass das Ergebnis drei bis vier Tage nach Öffnung der B-Probe vorliegen werde. Die B-Probe wurde am vergangenen Freitag in Beisein von Nolting in Hongkong geöffnet. Laut FEI sollen die Resultate der B-Proben spätestens am 30. August veröffentlicht werden. Bei Ahlmanns Pferd Cöster wurde bei den olympischen Reiterspielen wie bei den Pferden von drei weiteren Olympia-Reitern per A-Probe der verbotene Wirkstoff Capsaicin nachgewiesen. Bei den anderen Reitern handelte es sich um den Norweger Tony Andre Hansen mit Camiro, den Iren Denis Lynch mit Lantinus und den Brasilianer Bernardo Alves mit Chupa Chup. Alle vier Paare wurden sofort von den Olympischen Spielen suspendiert und für weitere Turniere gesperrt.
Ahlmann hatte bereits erklärt, dass er ein Mittel mit Capsaicin zur Rückenmassage seines Pferdes eingesetzt habe. Der 33-Jährige kündigte an, dass er beim Internationalen Sportsgerichtshof CAS in Lausanne gegen seine Sperre vorgehen werde. Derweil wollen sich Deutschlands Springreiter am Donnerstag am Rande des Turniers in Münster zu einer Aussprache treffen. Der erweiterte Championatskader will mit Bundestrainer Kurt Gravemeier die Vorfälle von Hongkong bereden. Dort hatte die deutsche Equipe auch sportlich enttäuscht und sowohl im Team- als auch im Einzelspringen eine Medaille verpasst.
Bis auf den gesperrten Ahlmann werden alle deutschen Hongkong-Teilnehmer in Münster beim "Turnier der Sieger" starten. Allerdings lassen Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen), Ludger Beerbaum (Riesenbeck) und Marco Kutscher (Hörstel) ihre Olympia-Pferde zur Schonung im Stall und satteln ihre Zwei- oder Drittpferde.