Die Steuerfahndung Düsseldorf ermittelt gegen den Verein, am Dienstag wurden Unterlagen aus der Geschäftsstelle beschlagnahmt. Die Verantwortlichen schweigen sich über die Gründe für das Chaos aus: „Der Verein ist bemüht, die Angelegenheit schnellstmöglich klarzustellen“, verkündete der Vorsitzende Uwe Dönisch-Seidel in einer Pressemitteilung. „Aufgrund des laufenden Steuerverfahrens bittet der Verein um Verständnis, dass derzeit keine weiteren Stellungnahmen abgegeben werden.“
Auch das Finanzamt Kleve macht keine näheren Angaben und verweist auf das Steuergeheimnis. So schießen im Moment vor allem die Spekulationen ins Kraut. Zwar hat Kleve den Finanzbehörden Unterstützung bei der Aufklärung zugesagt, aber die Probleme dürften den Verein noch länger beschäftigen. „Da kann man noch nichts zu sagen“, antwortete Dönisch-Seidel auf die Frage, ob die Zukunft des Vereins durch die Ermittlungen bedroht sei. Der DFB ist durch den Alarm in Kleve schon hellhörig geworden. „Wir setzen die Verantwortlichen nicht unter Druck, werden aber eine Stellungnahme anfordern“, sagte Pressesprecher Stephan Brause.
Immerhin könnten Probleme mit der Steuerfahndung auch die Klever Lizenzerteilung für die Regionalliga nachträglich in Frage stellen. Vergehen gegen die wirtschaftlichen Auflagen könnten auch während einer Saison noch bestraft werden. „Da reicht die Palette von Geldstrafen bis zum Lizenzentzug“, sagt Brause. Der Mannschaft haben die Verantwortlichen bislang in einem Gespräch in der Kabine zur Ruhe geraten.