Der 20-Jährige avancierte durch seinen Treffer zum Mann des Spiels gegen Rot-Weiss Essen – den Verein, bei dem er bis zur U17 selbst noch gespielt hatte.
„Rot-Weiss Essen liegt mir einfach, ich weiß auch nicht, warum“, sagte Ritter mit einem Grinsen. Der Mittelfeldspieler machte keinen Hehl daraus, dass er gegen seinen Ex-Verein mit besonders viel Ehrgeiz ins Spiel gegangen war: „Auf jeden Fall bin ich gegen RWE immer noch motivierter als sonst auch schon“, sagte Ritter, der nach wie vor regelmäßigen Kontakt zu seinem ehemaligen Mitspieler Kai Nakowitsch und Co-Trainer Robin Krüger hat. Krüger hatte Ritter schon im RWE-Nachwuchs als Assistenz-Trainer unter seinen Fittichen.
Seine große Motivation gegen die alten Kollegen hatte sich bereits im Hinspiel gezeigt, als er das 1:0 für Gladbach II erzielte. Und sie zeigte sich auch am Samstag bei seinem Sprint über das halbe Spielfeld, den er mit dem einzigen Tor des Tages vollendete. Wie viel Platz er in dieser Szene hatte, verwunderte Ritter sogar selbst. „Leon Binder war das ganze Spiel an mir dran, aber bei dem Konter war er plötzlich nicht da“, berichtete der gebürtige Essener.
Letztlich hatte Ritter dann noch das nötige Quäntchen Glück, weil Richard Weber seinen Schuss unhaltbar für RWE-Keeper Niclas Heimann ins Tor abfälschte. „Dieses Glück“, betonte Ritter, „muss man sich aber auch erarbeiten. Wir stehen schließlich nicht umsonst so weit oben.“ Nach dem Sieg gegen die Essener fehlen Gladbach II nur noch drei Punkte auf Tabellenführer Alemannia Aachen. Diese können in zwei noch ausstehenden Nachholspielen geholt werden.
Dass die Gladbacher auch tatsächlich hoch wollen, so sie denn am Ende auf Platz eins stehen, betonte Trainer Sven Demandt noch einmal ausdrücklich. „Wir sind nicht Rot-Weiß Oberhausen. Unser Verein ist mittlerweile so gut aufgestellt, dass er das verkraften könnte“, ist sich Demandt sicher. Der Coach glaubt auch nicht, dass seine Mannschaft nach einem Aufstieg ein komplett anderes Gesicht erhalten müsste. „Ich könnte mir vorstellen, mit dieser Mannschaft in der 3. Liga zu spielen, das wäre für viele der Jungs der nächste, logische Schritt.“
Auch Ritter scheint bereit für den nächsten Schritt. Ob in die 3. Liga, oder sogar noch etwas weiter nach oben, könnte sich schon in naher Zukunft zeigen. Anfang Januar wurde er von Sportdirektor Max Eberl mit einem Profivertrag bis 2017 ausgestattet. Der Sprung in den Bundesliga-Kader wird ihm mittelfristig zugetraut. Vielleicht hat er seinen Ex-Verein am Samstag also zum vorerst letzten Mal geärgert.