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SV Schermbeck: Sportmanager und B-Lizenz mit 22
Youngster Talaga macht dem Nachwuchs Beine

SV Schermbeck: Sportmanager und B-Lizenz mit 22
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Oliver Dirr überlegt derzeit, seine C-Lizenz zu bauen. Denn der 38-jährige Keeper des SV Schermbeck sieht seine Zukunft nicht mehr im Kasten, sondern an der Seitenlinie. Sein Team-Kollege Mirko Talaga ist 16 Jahre jünger und absolviert im Mai (vom 15. bis 25.) bereits den B-Lizenz-Lehrgang. "2009 ist dann der A-Schein dran", bastelt der 22-Jährige bereits eifrig an seiner Karriere.

Mit 18 entschied er sich zu diesem ungewöhnlichen Schritt, bestand die C-Lizenz. "Nach meinem Fachabitur für Gesundheitswesen hatte ich ein halbes Jahr Pause", erinnert sich Talaga, warum er so früh diesen Weg eingeschlagen hat. "Damals wollte ich eigentlich Physiotherapeut werden, würde nun aber am liebsten als Coach im Jugendbereich arbeiten." Dort sammelt er bereits kräftig Erfahrungen, macht als Youngster selbst den Jugendlichen Beine. Denn bis Oktober dauert noch sein freiwilliges soziales Jahr an der Ganztags-Grundschule in Schermbeck, wo er die Fußball-AG betreut.

"Das sind Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und zehn", macht dem ehemaligen Bochumer die Arbeit mit dem Nachwuchs Spaß. Und das obwohl er selbst noch in der "Lernphase" ist. "Aber genau das ist doch der Vorteil, denn ich lerne bei den Kids wie auch in der Ersten des SVS immer dazu. So kenne ich beide Seiten und weiß genau, was mich erwartet."

Und er weiß auch, wie man sich einordnet, denn kluge Sprüche verkneift er sich in der Mannschaft. "Natürlich. Wenn ich Oli oder Alexander Kaul einen erzählen würde, nehmen die mich doch gar nicht ernst. Die haben viel mehr praktische Erfahrung. Aber mich reizt es, bei den Youngstern Fortschritte zu sehen. Später kann ich immer noch in den Seniorenbereich einsteigen."

Aber damit noch nicht genug. "Im Dezember schließe ich mein Fernstudium zum Sportmanager ab", paukt Talaga fleißig an der IST in Düsseldorf. "Ich habe zwar noch kein Thema für die Diplomarbeit, aber sie wird sich auf jeden Fall mit Fußball befassen. Denn das ist schließlich mein Leben." Den Spagat, in der Landeshauptstadt mit gleichaltrigen Kommilitonen die Schulbank zu drücken und an der Sportschule in Köln mit Abstand der Jüngste zu sein, daran hat er sich gewöhnt: "Es ist besser, so früh anzufangen, aber es ist schon etwas komisch, wenn man mit den älteren Leuten dort zusammensitzt."

Während sich der Durchstarter einerseits mit seiner Zukunft beschäftigt, hat er sportlich derzeit eine Zwangspause zu überstehen. Denn seit Anfang der Woche fesselt ihn ein Magen-Darm-Infekt ans Bett. "Es ist aber nicht der Novo-Virus", pustet Talaga tief durch. Dass die enorme Ausfallliste der Schermbecker (RS berichtete) seinem Coach Martin Stroetzel auf das Gemüt drückt, kann er verstehen. "Aber die Vorbereitung ist nicht für die Katz", sieht Talaga in den vielen Verletzten eher eine Chance: "Die Jungs, die hinten dran waren, haben jetzt richtig viel Spielpraxis bekommen und ihre Chance genutzt."

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