Am Sonntag um 14.15 Uhr läuft beim TSV Meerbusch auf dem Sportplatz Lank mit Sergen Sezen ein Spieler auf, dem ebenfalls der Titel gilt, den der VfB mit der Wahl zur zweitbesten Duisburger Mannschaft des Jahres erhielt. Nicht nur mit seinen zwölf Toren hatte Sezen in den Augen von Stefan Janßen „maßgeblichen Anteil an unserem Aufstieg“.
Nun freut sich der Trainer auf das Wiedersehen mit Sezen, der sich in der letzten Saison früh dazu entschlossen hatte, in die Oberliga zu wechseln. Dass sein Ex-Klub 16 Spieltage nach dem Aufstieg mit 13 Punkten mehr neun Plätze über dem Drittletzten aus Meerbusch stehen würde, hatte er zu diesem Zeitpunkt sicher nicht erwartet.
Sie sind brandgefährlich und verlieren selten deutlich. Aber scheinbar gibt es Gründe, warum sie da unten stehen
Stefan Janßen
Warum der TSV auf Platz 16 steht, kann sich Janßen nicht erklären. „Sie haben eine erfahrene Truppe, viel Qualität und hatten mit vier Spielen ohne Niederlage auch einen guten Lauf, bis zuletzt die knappen Neiderlagen gegen Uerdingen und TuRU Düsseldorf folgten.“ Der Trainer schiebt nach: „Sie sind brandgefährlich und verlieren selten deutlich. Aber scheinbar gibt es Gründe, warum sie da unten stehen. Und wir wollen versuchen, diese für uns nutzen, um den Abstand weiter auszubauen.“
Mit acht Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz nach sieben Spielen in Folge ohne Niederlage ist der VfB bezüglich des Saisonziels Klassenerhalt voll im Soll. „Wir wollen den Abstand nach unten so groß wie möglich halten. Das ist uns mit unserer Serie nach dem anfänglichen Durchhänger gut gelungen“, zieht Philipp Gutkowski ein positives Zwischenfazit. „Damit können wir als Aufsteiger sehr zufrieden sein“, sagt der Torwart. Oguzhan Cuhaci sieht es ähnlich – der Mittelfeldakteur mahnt aber auch: „Zufriedenheit bedeutet Rückschritt.“ Stefan Janßen lacht: „Den Spruch könnte er von mir geklaut haben. Wir haben noch drei knüppelharte Spiele bis zur Winterpause vor der Brust, angefangen mit dem gegen den TSV, das aus tabellarischer Sicht enorm wichtig für uns ist. Nach diesen Spielen sehen wir dann weiter, ob wir uns die Tabelle unter den Tannenbaum legen wollen oder nicht.“
Schlieter wieder voll einsatzbereit
Timo Welky wird bis dahin nicht mehr eingreifen. Der nach seinem Bänderriss auf dem Weg der Besserung befindliche Innenverteidiger zog sich im Training eine Zerrung zu und fällt erneut aus. Thomas Schlieter ist indes wieder voll einsatzbereit. In den beiden letzten Spielen kam der Kapitän jeweils in der Schlussviertelstunde zur Absicherung der Mittelfeldzentrale ins Spiel. „Es ist ein Traum, wie Tommy die Rolle annimmt“, so Janßen. „Er hat selbst gesagt: Trainer, wir spielen gut, die jungen Innenverteidiger machen es gut, da stelle ich mich hinten an und bin da, wenn ich gebraucht werde“, berichtet der Trainer, der aber nicht ausschließt, dass „Air“ Schlieter in Meerbusch wieder von Beginn an aufläuft – zumal er aufgrund der derzeit grassierenden Grippewelle auf kurzfristige Ausfälle gefasst sein muss. „Es könnte taktische und somit eventuell auch personelle Änderungen geben“, verrät Janßen, „und Tommy kann ich ohnehin jederzeit einsetzen.“