Nun freut sich der 46-Jährige „riesig, an den Hünting zurückzukehren“, wie er selbst sagt. Als Trainer des VfB Homberg hofft er im morgigen Oberliga-Duell um 14.30 Uhr auf eine ähnlich gute Quote, wie er sie als Spieler und Trainer in seinen vielen vorherigen Begegnungen mit den Bocholtern erzielte. „Gefühlt habe ich mehr Spiele gewonnen als verloren. Das letzte Mal haben wir jedenfalls 2:1 gewonnen“, so Janßen, „aber das war noch in der Landesliga.“
In der Oberliga stellt sich das Favoriten-Verhältnis inzwischen etwas anders dar. Bei seinem Debüt mit dem VfB fährt der Coach morgen als Achter zum acht Punkte besseren Viertplatzierten, der sich anschickt, dem Spitzentrio Beine zu machen. Vor zwei Spieltagen brachte der FC dem Spitzenreiter KFC Uerdingen mit einem 2:0 die erste Saisonniederlage bei, und „mit 19 Punkten sind sie das beste Team der letzten sieben Wochen“, wie Janßen ausgerechnet hat. Bei dieser Rechnung schiebt der Coach mit Blick auf die eigenen 13 Punkte aber auch gleich hinterher: „Wir stehen in diesem Abschnitt auch nicht weit dahinter. Bocholt hat viel Qualität und hegt berechtigte Ansprüche, zukünftig auch mal in der Regionalliga zu spielen. Wir fahren mit viel Respekt hin, aber sicher nicht, um ein angenehmer Spielpartner zu sein.“
Beim 4:2 gegen die Sportfreunde Baumberg lief es zuletzt außerordentlich gut. „Gegen Baumberg war es richtig gut. Auch zuvor beim 1:1 in Kray war es schon nicht einfach. Das waren sehr wichtige Ergebnisse für uns“, so Janßen. „Wir haben nun sechs Punkte Abstand zum ersten Abstiegsplatz. Und diesen Abstand wollen wir so groß wie möglich halten. Wir haben es selbst erlebt, dass es immer mal eine Phase geben kann, in der man mehrmals hintereinander keinen Erfolg hat“, blickt der Coach auf die Serie von fünf Pleiten in Folge zurück, „deshalb ist es sehr wichtig, sich jetzt abzusetzen.“
Nach der Pokalpause am nächsten Wochenende, in der Trainer und Team in Ruhe die Sportlerwahl, für die beide nominiert sind, genießen wollen, kommen bis zur Winterpause mit Meerbusch, Hiesfeld, Düsseldorf-West und Hilden noch „vier Gegner auf Augenhöhe“, gegen die sich der VfB durchaus eine komfortable Position zum neuen Jahr erarbeiten kann. Marcel Kalski wird dabei nicht mithelfen können. Beim Stürmer wurde ein Schienbeinkanten-Syndrom diagnostiziert, eine chronische Entzündung, die den Stürmer bis zur Winterpause außer Gefecht setzt. Timo Welky wird noch bis zu drei Wochen ausfallen, dafür steht Kapitän Thomas Schlieter nach überstandenem Muskelfaserriss wieder als Alternative für die Innenverteidigung bereit.