Als Spieler hat der 46-Jährige diese Erfahrung vor einer Woche in Berlin gemacht, als er die Bayern mit Westfalia Herne 1:0 besiegte und am Ende Bronze holte. Als Trainer des VfB Homberg würde er diese Erfahrung nun auch gern mal wieder machen. Nach drei Niederlagen in Folge hofft der Coach, morgen bei der Ratinger SpVg Germania 04/19 (15 Uhr, Stadionring), den Bock in der Oberliga wieder umstoßen zu können. Und auch dann ist Mut gefragt.
„Es hilft nie, sich zu verstecken“, stellt Janßen klar. „Der Vorteil beim Fußball gegenüber vielen anderen Dingen im Leben ist, dass man jede Woche die Chance bekommt, die Dinge, die man zuletzt falsch gemacht hat, wieder besser und aus Negativ-Erlebnissen etwas Positives zu machen“, so der Coach. „Es bringt nichts, über die drei Niederlagen nachzudenken. Wir müssen jetzt alle Kräfte für Ratingen bündeln.“ Janßen schiebt nach: „Alle Kräfte, die noch da sind.“
Der verletzungsbedingt ohnehin schon dezimierte Kader hat sich weiter verkleinert. Oguzhan Cuhaci muss wegen seines Fouls im Cronenberg-Spiel für vier Partien aussetzen, Marcel Kalski wird „vier bis sechs Wochen fehlen“, schätzt Janßen. Beim Stürmer ist die Vorstufe eines Ermüdungsbruchs diagnostiziert worden. „Damit es nicht zum Ermüdungsbruch kommt, müssen wir ihn rausnehmen“, erklärt der Trainer, der nun noch auf „14 gesunde Feldspieler“ kommt. „Das ist Fakt, aber ich lasse das nicht für irgendwelche Ausreden gelten. Ich muss mich nicht mit den Spielern beschäftigen, die nicht da sind, sondern mit denen, die zur Verfügung stehen und die Bock auf drei Punkte haben.“
Drei Punkte hätten es auch durchaus schon vor einer Woche sein können, wenn die Homberger ihre Chancen besser genutzt hätten. „Wir hatten zuletzt einfach das Pech, dass unsere Gegner unsere wenigen Fehler sofort bestraft haben, während wir die Fehler der Gegner nicht so eiskalt ausgenutzt haben. Cronenberg hatte nicht mehr Chancen als Tore, Kapellen nicht und Schonnebeck auch nicht.“
Gegen die Ratinger, die nach der fünften Niederlage im siebten Spiel beim 1:2 gegen TuRU Düsseldorf Trainer Peter Radojewski feuerten und ihren Sportlichen Leiter Karl Weiß zurück an die Seitenlinie beorderten, heißt es für den VfB also, Fehler zu vermeiden. Leicht gesagt, gegen ein Team mit einem Torjäger wie Marvin Ellmann in seinen Reihen. Doch auf den Gegner, den Janßen bei dessen Pokalspiel am Dienstag gegen Schwarz-Weiß Essen (0:1) beobachtete, „sind wir gut vorbereitet“, sagt der Trainer. Mit genug Mut könnte es klappen . . .