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Radevormwald und Galatasaray vor der Insolvenz
Tenor gleich: "Uns tut es Leid"

Leere Kassen in Radevormwald und Mülheim. Foto: pixelio
Leere Kassen in Radevormwald und Mülheim. Foto: pixelio
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Die Liga hat noch gar nicht richtig begonnen, schon gibt es Grund zum Ärger. Mit der Spvg Radevormwald und Galatasaray Mülheim stehen zwei Vereine kurz vor der Insolvenz, der Antrag darauf ist jeweils schon gestellt.

Damit ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die beiden Clubs als Absteiger feststehen. „So würde ich es auch formulieren“, nickt Radevormwalds Erster Vorsitzender Frank Dombrowski. „Mir tut es nicht nur für die anderen Mannschaften in der Liga sehr Leid, sondern auch für unsere Jungs, die die Herausforderung Landesliga gesucht haben.“

Aber der Fall in Radevormwald ist mehr als nur kompliziert. Der ehemalige Präsident Frank Neumann soll eine Riesensumme Geld unterschlagen haben, von dem auch etwas in den Club geflossen sein soll. „Wenn das so ist, müssten wir noch Abgaben von mehreren 100.000 Euro nachzahlen“, erklärt Dombrowski, dem vor allem die Jugendabteilung am Herz liegt: „Die ist für uns wichtig. Wir haben über 300 Nachwuchsspieler, dessen Mannschaften wir retten müssen.“

Abstieg so gut wie besiegelt

Deshalb wird es einen neuen Club geben, der SC 08 Radevormwald heißen wird. Dombrowski: „Diesen Antrag haben wir bereits gestellt.“ In dem Fall würde der Abstieg natürlich feststehen.

Schon am Anfang der Woche zog Trainer Michael Schulte die Reißleine: „Ich bin zurückgetreten. Es gab einfach zu viele Gründe dafür, aufzuhören.“ Ab jetzt übernimmt Burkhard Klein alleine die Verantwortung für die Noch-Landesliga-Truppe. „Die Mannschaft wird solange antreten, wie der Verein noch existiert“, betont Dombrowski, der auch für den neuen Club als Vorsitzender zur Verfügung steht.

Das Finanzamt in Mülheim will Geld

Eine andere Situation steht bei Galatasaray Mülheim ins Haus. Der Club muss sich mit dem Finanzamt einig werden, bei dem noch einige Zahlungen ausstehen. „Wir haben bereits dort vorgesprochen“, berichtet Geschäftsführer Farut Kulac. „Aber wie es mit uns weitergeht, liegt wohl am Insolvenzverwalter.“

Trainer Cengiz Temur wurde mit der Nachricht von RS überrascht. „Ich weiß davon nichts“, sagte der Coach. „Ich bereite mich ganz normal auf das Match beim FC Remscheid vor.“ Sein Zusatz: „Es ist schon Wahnsinn, wie sich unsere Verantwortlichen bemühen. Sie sind stellenweise 24 Stunden am Tag für den Club im Einsatz, obwohl sie auch noch andere Jobs ausüben. Davor muss man den Hut ziehen.“

Zukunft des Spielbetriebs ungewiss

Trotzdem scheinen alle Bemühungen umsonst zu sein. Ganz zur Trauer von Kulac: „Ich habe wirklich Schwierigkeiten, mich dazu zu äußern. Mir tut die ganze Situation unheimlich Leid.“ Ob der Spielbetrieb aufrechterhalten werden kann, steht bis dato noch in den Sternen. Aber genau wie im Fall Radevormwald stehen die Zeichen eher auf Abstieg. Kulac: „Ich kann nur soviel sagen: Wir treten am heutigen Sonntag an.“

Auch wenn man dafür wahrscheinlich an Wunder glauben muss, ein Fünkchen Hoffnung bleibt noch, dass die Saison mit 16 Teams beendet wird. Ansonsten wäre es für die Liga eine Katastrophe, wenn bereits zwei Absteiger vorzeitig feststehen würden.

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