Drei Grad. So kalt war es, als die Spieler des FC Kray an diesem Sonntag auf den Platz mussten. Und das auch noch in kurzen Hosen und Trikots. Nur vereinzelt blitzten lange Unterhemden hervor. Die dunkle Jahreszeit hat auch die Fußballplätze erreicht. Die Spiele fangen früher an, das Flutlicht wird wieder in Betrieb genommen und der Atem verflüchtigt sich in Wasserstoffwolken. Doch der Winter hat viele Seiten, wie Ilias Elouriachi, Spieler des FC Kray, weiß. „Jetzt kommt die Jahreszeit, wo nicht jedes Spiel gewonnen wird, wo es kalt wird und wo es auch mal ein paar Verletzte gibt,“ sagte er nach dem Krayer 3:1-Sieg im Topspiel gegen die SF Niederwenigern.
Verloren haben die Krayer bisher eher selten. Dafür gibt es mit Benjamin Teichmöller und Niklas Rieker zwei Langzeitverletzte. Doch der Kader der Essener ist groß. 25 Spieler stehen Kray-Trainer Michele Lepore zur Verfügung, was jedoch auch seine Gefahren birgt. Die Spieler müssen bei Laune gehalten werden, es darf keine Unruhe im Team aufkommen. Lepore weiß das, aber Sorgen macht er sich nicht. „Klar ist der ein oder andere mal sauer, wenn er ausgewechselt wird, aber das ist eben mein Job. Ich handle da im Sinne der Mannschaft und die Jungs nehmen das sportlich.“
Kray-Spieler Ilias Elouriachi: "Die Jungs irgendwie bei Laune halten"
Hinzu kommt, dass der Trainer klare Vorstellungen hat, wie er seine Mannschaft zusammenstellt. „Ich beurteile da ganz nach Leistung. Oft ist es auch ein taktisches Mittel, wie man den Gegner bespielen möchte, was man für ein taktisches Konzept hat und welcher Spieler da am besten passt“, sagt Lepore. Elouriachi kennt die Spieler-Sicht, er kennt die Situation in einem großen Kader. „Jeder will spielen, das ist überall so. Keiner setzt sich gerne auf die Bank, daher versuchen wir die Jungs irgendwie bei Laune zu halten. Darum ist der Spaß im Training wichtig,“ sagt er.
Lepore ist zufrieden mit seiner „Truppe“ - auch im Hinblick auf mögliche Wintertransfers. „Ich habe da keine speziellen Wünsche. Für mich ist alles gut, so wie es ist,“ sagt er. Auch Elouriachi sieht keinen großen Nachholbedarf: „Ich weiß nicht, was die sportliche Leitung geplant hat, aber ich glaube nicht, dass da groß etwas passieren wird im Winter.“
Autor: Jonas Hüster