In der Landesliga werden ab jetzt die Big Points verteilt – und der FC Kray ist wieder dick im Geschäft: Nach dem hochverdienten 2:1-Sieg beim SV Scherpenberg hat das Team von Trainer Muhammet Isiktas bei einem Spiel wieder alle Trümpfe in der Hand im Kampf um den (mutmaßlichen) Relegationsplatz drei.
Die Partie auf dem ungewohnten Aschenplatz in Scherpenberg war gerade in der ersten Halbzeit an Einseitigkeit nicht zu überbieten. Leichtfüßig und technisch versiert spulten die Krayer ihr Angriffsprogramm herunter, als würden sie gar keinen anderen Untergrund kennen. Dagegen wirkte der SV nicht wie ein Gastgeber, hatte er doch viel mehr Schwierigkeiten, den Ball überhaupt unter Kontrolle zu bekommen. Allerdings ist das Auffälligste dieser Scherpenberger Mannschaft nur noch das schreiend pinkfarbenen Trikot, zur Winterpause hat der (Noch-)Tabellendritte die halbe Mannschaft verloren und ist in dieser Verfassung kein Anwärter auf diesen Rang.
Aber das focht die Krayer nicht an, die dennoch ihre Aufgaben erledigen mussten. Schon nach fünf Minuten die beruhigende Gästeführung durch Eugen Pirogov, der auf rechts durchgebrochen war und im zweiten Schussversuch unten links verwandelte. Was danach bis zur Halbzeit geschah, war der reinste Krayer Chancenwucher. „Wenn wir zur Pause mit 5:0 führen, hätte sich niemand beschweren dürfen“, sah Isiktas das einzige Manko seiner Elf. Im Boxen hätte man zur Halbzeit das Handtuch geworfen, so überlegen war das Spiel der Gäste. Aber frei vor dem Tor blieben glasklare Chancen liegen (Bouchama, Pirogov).
Nach dem Wechsel fuhren die Krayer zügig einen Konter in 4:1-Überzahl: Bouchama raus zu Kevin Steuke, der zurück in die Mitte auf Bouchama, diesmal passte der Flachschuss ins Eck (53.). Eigentlich war damit die Partie gelaufen, wenn nicht dem SV aus dem Nichts im Strafraum die Kugel vor die Füße gefallen wäre, Maximilian Stellmach konnte sein Glück kaum fassen: 1:2 (65.). „Aber die Einstellung stimmte, wir haben die Moral oben gehalten“, freute sich Isiktas nach Abpfiff.