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Bochum U19: Wosz über harte Hunde und offene Türen
"Nach 100 Minuten ist nicht Schluss"

Bochum U19: Wosz über harte Hunde und offene Türen
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Den Grundlagen-Ausdauerbereich haben die Bochumer U19-Kicker bald hinter sich gebracht, Zeit zum Zurücklehnen bleibt den Talenten aber nicht: Danach geht es an die Schnelligkeits-Ausdauer, zusätzliche Lauf-Einheiten inklusive. Warum Trainer Dariusz Wosz trotzdem kein harter Hund ist, verrät er im RS-Interview.

Dariusz Wosz, wie erleben Sie die erste komplette Vorbereitung, die Sie leiten? Das ist natürlich schon etwas besonderes. Wir haben Zirkeltraining gemacht, wenn es hart war, habe ich auch mal rumgeschrien. Aber es hat Spaß gemacht, weil die Jungs mitgezogen haben. Denn mittlerweile wissen sie: Nach 100 Minuten ist nicht Schluss mit der Einheit, dann steht noch eine halbe Stunde Laufen auf dem Programm. Sind Sie als Trainer ein harter Hund? Nein, noch lange nicht. Aber ich muss ja austesten, was die Jungs drauf haben. Die richtig harte Vorbereitung gibt es erst im nächsten Jahr. Da will ich statt fünf Tage anderthalb Wochen ins Trainingslager. Was für einen Eindruck haben Sie von der neuen Mannschaft? Wir haben gute Akteure dabei, ich bin sehr zufrieden. Aber das bringt nur etwas, wenn man als Team wächst und nicht lediglich als Einzelperson.

Am kommenden Samstag geht es gegen Newcastle United, einen Tag später gegen Hertha BSC... Ich habe drei Jahre in Berlin gespielt. Daher werde ich meinen Jungs vorher sagen, dass es keine Niederlage geben darf – auch wenn am Wochenende jeder seine Einsatzzeiten bekommt. Was ist in der kommenden Saison möglich? Das interessiert mich gar nicht. Meine Aufgabe ist nicht Platz eins oder zwei, sondern, die Jungs weiterzubringen. Mit einer guten Abwehr kann man vorne landen und trotzdem keine Jungs oben unterbringen. Aber genau das ist mein Ziel.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit Jugend-Cheftrainer Alexander Richter? Sehr gut. Er schaut bei allen Teams mal vorbei, da ist er eine Hilfe. Schließlich wollen wir so viele Spieler wie möglich für das Bundesliga-Team ausbilden. Da wartet noch viel Arbeit auf uns. Seit Dennis Grote hat kein eigener Nachwuchs-Kicker mehr den Sprung in die Erste geschafft...

Der VfL hat viele gute Talente. Ich würde mir ab und zu wünschen, auf einem gesicherten Tabellenplatz mal den Mut zu haben, junge Leute einzusetzen. Wer sind denn die Kandidaten für höhere Aufgaben? Wenn ich jetzt Namen nennen würde, fangen die Jungs an zu spinnen. Aber aus meinem 24 Mann-Kader haben mindestens fünf, sechs Leute das Potenzial für die erste Liga. Aber es gibt ja auch immer Überraschungen; ein kleiner Philipp Lahm steckt überall drin. Ilkay Gündogan hätte schon die Chance gehabt, in den Nürnberger Profi-Kader zu wechseln, wurde aber nicht freigegeben... Ich freue mich, dass er bei uns ist. Er hat noch einen Jahresvertrag, wollte den aber nicht verlängern. Dennoch glaube ich, dass immer noch eine kleine Tür offen steht. Wenn von oben die richtigen Signale kommen, glaube ich, dass man ihn für drei bis fünf Jahre in Bochum halten könnte. Das wäre auch für alle Nachwuchstrainer eine Auszeichnung. Und es wäre schöner, als um die Deutsche Meisterschaft zu spielen und keinen nach oben zu bekommen. Würden Sie es verstehen, wenn Gündogan sich angesichts des verbauten Wechsels hängen ließe? Wer sich hängen lässt, der spielt nicht – egal, wie er heißt. Ilkay ist der Kapitän. Von so einem verlange ich, dass er die anderen führt. Und das beherzigt er.

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