Die Partie in Santiago de Chile ist am frühen Montagmorgen deutscher Zeit der Ausklang des siebten Spieltages. Schon heute kämpfen der Tabellenzweite Argentinien (11 Punkte) und Spitzenreiter Paraguay (13) um die Vormachtstellung auf dem Kontinent. Der Tabellendritte Kolumbien (10), einzig ungeschlagenes Team der "Eliminatorias", empfängt Uruguay (8). In den Partien Ecuador (5) gegen Bolivien (4) sowie Peru (3) gegen Venezuela (7) treffen die Tabellen-Kellerkinder aufeinander.
Gegen Chile (10) kämpft Brasilien (9), das als derzeitiger Fünfter in die Relegation gegen den Vertreter des CONCACAF-Verbandes müsste, auch gegen seine miserable Auswärtsbilanz, die schon auf dem Weg zur WM 2006 in Deutschland begann. In den letzten sieben WM-Qualifikationsspielen in der Fremde gab es keinen einzigen Sieg, zuletzt zwei Remis und ein 0:2 in Paraguay. Doch die Bundesliga-Legionäre nehmen ihren Chef in Schutz. "Keiner in der Gruppe denkt daran", sagt der Bremer Diego, als Journalisten ihn nach der möglichen Ablösung Dungas fragten. Und Alex Silva verkündet: "Er kann mit dem Druck umgehen." Der Neu-Hamburger hofft für den angeschlagenen Ex-Leverkusener Juan als Partner des gesetzten Münchners Lucio ins Team zu rutschen, hat aber ausgerechnet in Bruder Luisao den größten Widersacher.
Der 1,92-m-Schlaks wird wohl wie der Schalker Rafinha mit der Bank Vorlieb nehmen müssen, während der Wolfsburger Josue hinter dem von Diego verstärkten Angriffsquartett als "Abräumer" agieren soll. "Das Wichtigste ist aber, dass wir ein schlagkräftiges Team aufs Feld schicken", räumt Dunga ein.
Die Chilenen sind dagegen trotz der katastrophalen Serie von fünf Niederlagen in Folge gegen den WM-Rekordchampion bei 1:19-Toren von einem eigenen Sieg überzeugt. "Wir haben die nötige Zuversicht, um am Sonntag zu gewinnen", meint der Leverkusener Arturo Vidal. Trainer Marcelo Bielsa hat auch das Rezept dazu im Kopf. "Wenn wir den Ball in eigenen Reihen halten, müssen sie das machen, was ihnen am wenigsten liegt: den Ball zurückerobern", erklärte der gebürtige Argentinier. Großer Respekt herrscht vor dem Topspiel zwischen Argentinien und Paraguay. "Sie stehen oben. Das zeigt, dass sie ein gefährliches Team sind", urteilt der Münchner Martin Demichelis, einziger Bundesliga-Akteur bei den "Gauchos". Trainer Alfio Basile vertraut auf die Olympiahelden und nahm im Training aus der in Peking erfolgreichen Offensivlinie mit Juan Roman Riquelme, Lionel Messi sowie Gold-Torschützen Angel Di Maria nur Maradona-Schwiegersohn Sergio Agüero für "ManU"-Stürmer Carlos Tevez heraus.
Die "Albirrojas" haben nach ihrem Traumstart in die "Eliminatorias" jedoch Blut geleckt. "Ein Remis wäre schon ein gutes Resultat. Aber wir sind optimistisch und wollen weiter Geschichte schreiben", bekannte Nelson Valdez. Der Dortmunder ist für die Partie im Monumental-Stadion von Buenos Aires im Angriff neben dem Ex-Münchner Roque Santa Cruz ebenso gesetzt wie der Wolfsburger Jonathan Santana im Mittelfeld.
Ecuador geht das Duell der Anden-Hochländer gegen Bolivien mit dem Mainzer Zweitliga-Spieler Felix Borja sowie fünf weiteren Europa-Legionären an. Doch der Heimvorteil im 2850 Meter hoch gelegenen Quito ging mit den der dünnen Luft entwöhnten Spielern bislang erst einmal auf. Perus Trainer Jose del Solar vertraut gegen das Überraschungsteam aus Venezuela auf den Schalker Carlos Zambrano. Dagegen fanden die nach einer Disziplinarstrafe begnadigten Claudio Pizarro (Bremen) und Jefferson Farfan (Schalke) keine Berücksichtigung. Der Hamburger Paolo Guerrero ist für weitere sechs Spiele rotgesperrt.