Damit hat die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) trotz des durchwachsenen Starts weiter alle Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale. Nächster Gegner für das Team des DFB, dem ein Triumph bei Olympia in der umfangreichen Titelsammlung noch fehlt, ist am Samstag Nigeria. Zum Abschluss der Vorrunde kommt es am 12. August zum Duell gegen Nordkorea.
"Insgesamt können wir zufrieden mit dem Ergebnis sein. Vor allen Dingen mit dem Abwehrverhalten. Wir wollen Punkte sammeln, um zunächst ins Viertelfinale zu kommen. Einen Punkt haben wir schon mal, das stimmt mich zufrieden und lässt mich hoffen für die nächsten Spiele'", sagte Neid nach der Nullnummer. Die Bundestrainerin und ihr Team sahen sich nach ihrer Partie noch das Duell der beiden nächsten Gegner in Shenyang an. "Nigeria ist unberechenbar, und denen macht das Wetter nichts aus. Wir müssen uns durchbeißen, um weiterzukommen", sagte sie.
Vor etwa 15.000 Zuschauern im Olympiastadion von Shenyang, darunter auch der ehemalige brasilianische Weltfußballer Ronaldinho, taten sich die Deutschen zunächst schwer, steigerten sich aber nach einer Viertelstunde. Die beste Chance hatte Sandra Smisek vom Triple-Gewinner 1. FFC Frankfurt, die mit einem Kopfball die Latte traf (23.). Kurz vor der Pause verpasste Spielführerin Birgit Prinz (41.), die in der Heimat erneut zur Fußballerin des Jahres gewählt worden ist, mit einem Schuss knapp das Tor.
Auf der Gegenseite hatte Torhüterin Nadine Angerer vor allem zu Beginn einige Schrecksekunden zu überstehen. Gefahr herrschte vor allem in der 12. Minute, als die ehemalige Wolfsburgerin Cristiane nach Vorarbeit von Weltfußballerin Marta aus drei Metern Entfernung über das Tor köpfte. Neid hatte sich für eine vorsichtigere Aufstellung mit Melanie Behringer (Bayern München) statt der Duisburgerin Fatmire Bajramaj entschieden. Die angeschlagene Stürmerin Conny Pohlers (Frankfurt) saß wegen einer Reizung im Knie zunächst auf der Bank. Zwar hatte die Abwehr Brasiliens Top-Stürmerin Marta weitgehend gut im Griff, in der Offensive fehlte es jedoch zumeist an Durchschlagskraft.
Auch die zweite Halbzeit war ausgeglichen. Die Duisburgerin Annike Krahn (56.) und Smisek (61.) hatten die Möglichkeit zur Führung. Auf der Gegenseite rettete Angerer gegen Cristiane (62.), Renata (ebenfalls 62.) traf zudem mit einem Kopfball den Pfosten. Beste Spielerinnen in einer ausgeglichenen deutschen Mannschaft waren Prinz und Angerer, die mit zahlreichen Paraden in der Schlussphase das Remis rettete.