Linda Drasba, wie fällt Ihre Bilanz nach der ersten Saison des Diebels-Niederrheinpokals aus?
Da der Wettbewerb an und für sich schon bestanden hat, gab es keine großen Änderungen. Aber für uns war das eine schöne, gut durchgeführte Veranstaltung. Und wir freuen uns, dass sie nun unter unserem Namen bei den Spielern und Fans präsent ist.
Hat sich der Wettbewerb denn mittlerweile als Diebels-Niederrheinpokal etabliert?
Der ARAG-Cup ist immer noch in manchen Köpfen verankert, aber mittlerweile kippt es. Viele Leute haben den neuen Titel schon verinnerlicht, das ist deutlich zu spüren.
Was macht für Sie den Reiz des Diebels-Niederrheinpokals aus?
Man hat auch als kleiner Verein mit gutem Fußball und ein wenig Losglück die Möglichkeit, weit zu kommen. Es ist ein gelebter Traum, dass man als Underdog durchmarschieren kann und plötzlich in der ersten Runde des DFB-Pokals einen attraktiven Gegner wie Bayern München bei sich auf der Anlage hat.
Aber auch jetzt sind schon attraktive Teams in der Lostrommel...
Der große Traum ist ein Bundesligist, aber für viele sind schon die Lokalderbys interessant. In der zweiten Runde könnte der SV Straelen theoretisch gegen den 1. FC Kleve spielen. Darüber war man beim SVS sehr erfreut, weil es ein echtes Highlight wäre.
Sehen Sie noch Verbesserungsmöglichkeiten in der Organisation?
Da mischen wir uns nicht ein, weil es ein fest vorgegebener Ablauf ist. Für uns geht es vor allem um die Auslosungsaktionen, wo wir mit einem glücklichen Händchen agieren wollen. Aber das Losglück kann man nicht beeinflussen – und jeder Verein interpretiert es anders. Wir freuen uns einfach, dass wir den regionalen Sport unterstützen und gemeinsam mit dem Fußball-Verband Niederrhein einige attraktive Wettbewerbe bieten können.
Gab es nach der Ziehung denn auch Kritik an Ihnen als "Losfee"?
Nein, die Clubs waren so weit zufrieden. Im Endeffekt hat ja auch jeder die gleiche Chance. Da hat niemand gemeckert, alle haben es hingenommen.
Welchen Stellenwert nimmt der Diebels-Niederrheinpokal im Vergleich zu den anderen Veranstaltungen ein?
Da es nicht ein von uns durchgeführter Wettbewerb ist, nehmen wir letztlich nicht so viel Einfluss. Wir freuen uns, dass es ihn gibt, das ist eine tolle Sache für die Vereine. Aber er würde eben auch existieren, wenn er nicht nach uns benannt wäre. Schließlich gab es ihn schon vor unserem Engagement unter anderem Namen.
Was gab den Ausschlag für die Zusammenarbeit mit dem FVN?
Diebels und der regionale Fußball am Niederrhein gehören einfach zusammen. Im Endeffekt ist das die Zusammenführung aller Dinge, die wir schon vorher gemacht haben. Der Diebels Offensiv-Pokal ist zum Beispiel ein regionaler Wettbewerb im Kreis Kleve, Geldern und Moers. Mit der neuen Saison geht diese Veranstaltung ins 30. Jahr, das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Seitdem sind wir schon im Sport-Sponsoring tätig, unser Engagement ist also langfristig angelegt. In dieser Zeit wurde eine gewisse Kompetenz erworben, aber wir wollen jetzt noch mehr für den Sport bewegen. Und das können wir mit dem FVN als große Organisation viel besser.
Täuscht der Eindruck, dass Diebels sein Engagement im Fußball immer weiter ausbaut?
Es ist schon so, dass wir die Unterstützung möglichst breit streuen wollen. Wir wollen für alle Fußballbegeisterten schöne Momente am Niederrhein schaffen.
Wie soll das gelingen?
Es gibt verschiedene Eckpunkte, ob das nun den traditionsreichen Diebels Offensiv-Pokal betrifft, den Diebels ChampionsCup oder die vielen kleinen Vereins-Maßnahmen. Dann gibt es ja auch noch höherklassige Geschichten wie mit dem 1. FC Kleve. Wir möchten die Clubs unterstützen, damit in der Region möglichst attraktiver Fußball gezeigt werden kann.
Warum liegt das Hauptaugenmerk der Förderung so deutlich auf dem Fußball?
Für uns ist es eine gute Kombination, weil man auch viele kleine Vereine unterstützen kann. Im Fußball geht es ja sowieso nicht nur ums Gewinnen, sondern auch um Teamgeist und Zusammengehörigkeitsgefühl. Sehr viele Menschen interessieren sich dafür, ob nun aktiv oder passiv.
Was zeichnet den Diebels ChampionsCup aus?
Er wird in allen 14 Kreisen des FVN durchgeführt, während der Offensiv-Pokal nur in den Kreisen rund um Issum ausgetragen wird. Damit haben wir einen Wettbewerb geschaffen, der den kompletten Bereich abdeckt. Da haben ganz viele Mannschaften von der Kreisliga C an die Möglichkeit, teilzunehmen – sofern sie in einer Saison am längsten ungeschlagen bleiben.
Wie groß war die Resonanz im ersten Jahr?
Wirklich gut! Die Vereine haben das ganze Regelwerk und die Qualifikations-Regularien natürlich erst einmal verstehen müssen, schließlich gibt es im Laufe des Diebels ChampionsCups zwei Turniere. Dennoch waren die Reaktionen durchweg positiv, alle waren super begeistert – zum einen über die Preise, die sie gewinnen konnten, zum anderen über die Möglichkeit, sich mit Teams aus anderen Kreisen zu messen.
Die Unterstützung ist aber noch breiter gestreut…
Neben den Wettbewerben gibt es immer wieder weitere Dinge. In diesem Jahr gibt es eine Online-Aktion. Die heißt „11 Freunde müsst Ihr sein“ und soll nicht nur Vereine ansprechen, sondern auch Hobby-Kicker. Die können einen Trikotsatz gewinnen, indem sie schildern, warum es trotz einer vielleicht schlechten Saison ein schöner Tag mit Diebels war. Wir versuchen schon, in verschiedenen Richtungen tätig zu sein, auch in Form von Tischkickern in der Gastronomie.
Können Sie sich bei all der Arbeit mit den Kickern auch privat noch für Fußball begeistern?
Ganz im Ernst: Dadurch, dass ich das Ganze schon recht lange betreue, habe ich den regionalen Fußball kennen- und schätzen gelernt. Und bei der EM habe ich natürlich auch richtig mitgefiebert – obwohl ich mir jetzt nicht ständig die Bundesliga-Spiele anschaue.