Ein böser Blick, ein ausholender Schritt – schon war der Medizinkoffer mit einem Krachen zu Boden gefallen. "Mit dem Start in die zweite Halbzeit war ich überhaupt nicht zufrieden", begründete John. Und Linksverteidiger Stefan Markolf, aus dessen Ballverlust die Aktion resultierte, erklärte später: "Das war der Weckruf, den wir brauchten."
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Immerhin gelang Marcel Reichwein wenig später per Foulelfmeter die schmeichelhafte Führung (53.), ehe Deniz Yilmaz (55.) und Mehmet Ekici per Strafstoß (69.) das Spiel drehten. "Danach hätten wir das dritte Tor machen können", befand Bayern-Coach Hermann Gerland. Doch es kam anders, weil Tobias Damm goldrichtig stand und doch noch zum Ausgleich für die Gastgeber einnetzte (75.) – sehr zur Freude der 6.281 Zuschauer im Stadion am Zoo, die ihr Team am Ende mit Applaus bedachten.
Und auch John war nach dem Schlusspfiff versöhnt: "Es war eine emotionale Achterbahnfahrt. Wir haben uns gegenüber dem Emden-Match deutlich verbessert gezeigt und teilweise gut gespielt." Das erkannte auch Gerland an, der bemerkte: "Letztlich sind wir mit einem blauen Auge davongekommen."
Derweil bemühte sich John, die Erwartungen an seine Truppe zu drosseln: "Die Mannschaft ist noch nicht stabil, sie ist labil. Wir sollten die Ansprüche nicht zu hoch schrauben." Dabei ist der erste Pflichtspielsieg der Saison in greifbarer Nähe: Am kommenden Samstag (16 Uhr) treten die Bergischen in der ersten Runde des Diebels-Niederrheinpokals beim Bezirksligisten FC Delhoven an. Mit im Gepäck: Lediglich ein Zähler aus den ersten beiden Meisterschaftsspielen. Aber auch die Erkenntnis, dass die Formkurve deutlich nach oben zeigt...