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Makiadi: „So nah liegen Trauer und Freude beisammen“
Wenn Fußball zur Nebensache wird

Makiadi: „So nah liegen Trauer und Freude beisammen“
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Der große Pelé hat einmal gesagt: „Im Fußball leben wir alles in der extremsten Form. Freud und Leid, Siege und Niederlagen, Jubel und Trauer.

Es ist nicht einfach, mit dieser Bürde umzugehen. Eine Hilfe dabei ist, dass man das Ganze nicht allein erlebt. Sonst würde es einen kaputt machen.“ Dabei bezog er sich sicherlich nicht nur auf die Emotionen während des Spiels, sondern auch auf die Welt der Gefühle, der Dramatik und Tragik, die mit dem Leben eines Fußballprofis außerhalb des Platzes einhergehen.

Die Geburt eines Kindes und Vaterglück zählen zum Beispiel dazu. Wenn alles passt, dann dürfte Cedrick Makiadi heute in den Genuss dieses Hochgefühls kommen. „Offiziell ist das Kind für den 4. September ausgezählt. Es wird ein Mädchen, aber der Name wird nicht verraten – den sucht meine Freundin Stefanie aus und ich stimme zu“, lacht der Deutsch-Kongolese und wird aber gleich wieder nachdenklich: „So nah liegen Trauer und Freude beisammen. Am Freitag haben wir alle mit Serge Branco gelitten und in diesen Tagen darf ich mich über meine Tochter freuen.“

Makiadi weiter: „Diese Leistung muss man Serge hoch anrechnen. Ich weiß nicht, ob ich aufgelaufen wäre, wenn mich dieser Schicksalsschlag getroffen hätte. Diese Gefühlswelten und die Leere im Kopf kann man sich nicht vorstellen.“ Er fügt an: „In den 90 Minuten des Spiels konnte er etwas abschalten, seine Gedanken verdrängen und musste nicht viel nachdenken.“ Doch nach der Partie brachen alle Dämme. Branco konnte die Tränen nicht mehr halten, zeigte und schaute immer wieder zum Himmel.

Auf dem Platz trösteten ihn die Kollegen, im Kabinengang nahm ihn Co-Trainer Marcel Lucassen in den Arm. Schon während des Spiels trug Branco unter seinem Trikot ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Mama, ruhe in Frieden. Ich liebe dich!“ Dies gab ihm Kraft „Und zusätzlichen Halt“, berichtet Lucassen, der den Kameruner über die gesamte Partie im Blick hatte. „Deshalb bin ich auch gleich hin, als er Richtung Umkleide wollte.“ Kein Neuland für den Niederländer. „Zu meiner Zeit in England musste ich das leider auch schon einige Male miterleben. Dort haben die Jungs nach dem Tod eines Familienangehörigen dann auch gespielt. Eine Schutzfunktion für sich selbst“, analysiert der Mentalcoach.

Ganz bitter waren die Pfiffe der Fans nach vier Minuten. „Er hatte zwei, drei schlechte Bälle. Auf den Rängen wusste aber niemand wie es um sein Seelenheil bestellt war! Trotzdem hat er weiter alles gegeben.“ Zurzeit weilt Branco in seiner Heimat. „Dort geht er mit seiner eigenen Kultur und seiner Familie damit um. Wenn er wieder in Duisburg ist, werden wir alles dafür tun, dass er in Ruhe wieder zu alter Kraft kommt.“

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