Kein Wunder, denn in der Nacht vor dem Match verstarb seine Mutter. "Ganz plötzlich, denn er hatte kurz zuvor noch mit ihr telefoniert", berichtete MSV-Co-Trainer Marcel Lucassen.
Doch trotz des schweren Schicksalschlags wollte der rechte Außenverteidiger unbedingt auflaufen. "Das macht nicht jeder, aber er wollte so versuchen, seine Gefühle in den Griff zu bekommen", zieht Lucassen vor dem Einsatzwillen Brancos den Hut. Auf dem Platz stand der 27-Jährige dann seinen Mann, auch wenn er phasenweise mehr mit den eigenen Tränen als mit dem Gegner zu kämpfen hatte.
Der Kameruner stellte sich aber auch in den Dienst der Mannschaft, weil auf der rechten Abwehrseite nach der Verletzung von Tobias Willi die Alternativen fehlen. Die Mannschaft belohnte ihn mit einem Sieg und bildete nach der Partie einen Kreis in Andenken an seine Mutter. "Ich weiß nicht, ob ich gespielt hätte", gibt sein Teamkamerade und Freund Cedrick Makiadi offen zu.
Branco machte sich nach dem Abpfiff sofort auf den Weg nach Frankfurt, denn dort lebt seine Familie. "Er ist am gestrigen Samstag sofort in seine Heimat nach Kamerun geflogen, um sich von seiner Mutter zu verabschieden", hat Rudi Bommer seinem Schützling erst einmal frei gegeben. "Da wir erst in zwei Wochen wieder spielen, ist das auch kein Problem. Serge muss nun erst einmal mit sich selbst klarkommen. Wir werden ihm aber natürlich so gut es geht helfen."
Helfen will auch "Boss" Walter Hellmich, der Branco lange im Arm hielt. "Das ist natürlich ganz bitter. Aber wir werden ihn unterstützen." Zur Partie meinte der Unternehmer: "Es wurde Zeit, dass wir einen Sieg einfahren. Jetzt haben wir eine Basis und Ruhe. Es war kein tolles Match, aber zum Schluss waren wir besser."
Eine Einschätzung, die auch Tom Starke teilt. Der Schlussmann verlebte einen ruhigen Abend und war nicht böse darum: "Das ist auch gut so, denn es zeigt, dass unsere Defensive sehr gut arbeitet." Und in dieser Formation hat auch Branco trotz des Schocks seinen Job gut erfüllt. Vielleicht ein kleiner Trost...