"Wir werden in aller Ruhe überlegen, wer auf dem Markt ist", sagte Präsident Michael A. Roth. Der Club habe durch die Länderspielpause "fast drei Wochen lang Zeit, den richtigen Mann zu finden", ergänzte FCN-Vize Franz Schäfer. Beim Spiel am Sonntag gegen Alemannia Aachen (14.00 Uhr/live bei Premiere) wird von Heesens bisheriger Co-Trainer Michael Oenning interimsmäßig in der Verantwortung stehen. Spekulationen über den Nachfolger von von Heesen gibt es aber bereits genügend. Immer wieder genannt wird Wolfgang Wolf, der vom 30. April 2003 bis 31. Oktober 2005 bereits einmal Trainer und Manager beim neunmaligen deutschen Meister war und nach seiner Entlassung in Kaiserslautern im April 2007 auf Jobsuche ist. Die Kandidatenliste soll aber auch Falko Götz, Mirko Slomka, Volker Finke, Winfried Schäfer, Wolfgang Sidka und Petrik Sander umfassen. Kein Thema ist dagegen eine Rückkehr von Hans Meyer. Dies bestätigte Roth, zumal der fränkische Traditionsverein mit seinem Ex-Coach vor einer gerichtlichen Auseinandersetzung steht. Am 12. September ist die erste Anhörung. Meyer klagt auf Einhaltung seines bis 2009 datierten Vertrags. Auch Peter Neururer und Lothar Matthäus stoßen auf Ablehnung.
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Nimmt die Spieler in die Pflicht: Sportchef Martin Bader. (RS-Foto: firo)
Unabhängig vom neuen Trainer erwartet Sportdirektor Martin Bader gegen Aachen nach dem durchwachsenen Saisonstart mit einem knappen 2:1-Sieg gegen Augsburg und einem 1:2 in Kaiserslautern nun eine Trotzreaktion der Spieler. "Damit ist der Mannschaft jedes Alibi genommen worden. Ich erwarte, dass sie sich gegen Aachen zerreißt und einen Sieg einfährt", forderte Bader. Von Heesen war am Donnerstag nach nicht einmal siebenmonatiger Amtszeit zurückgetreten, damit einer Entlassung aber nur zuvorgekommen. Der frühere Nationalspieler hatte nach dem Bundesliga-Abstieg bei den Fans überhaupt keinen Kredit mehr und war auch intern äußerst umstritten. Roth machte den 46-Jährigen sogar für das aktuelle Chaos beim Club verantwortlich. "Wer hat das herbeigeführt? Also wir von der Führung auf keinen Fall", sagte der Präsident und führte auch den sportlichen Misserfolg an: "Dass er den Abstieg aus der Bundesliga nicht verhindern konnte, war die erste große Enttäuschung, der Start in die zweite Liga war die zweite Enttäuschung." Für Roth ist es in seiner 18-jährigen Amtszeit bereits der 15. vorzeitige Trainerwechsel.