"Besonders zu Hause müssen wir zeigen, dass wir ein anderes Gesicht haben", will Trainer Rudi Bommer am besten mit einem Auftaktdreier gegen die Hanseaten die Fans sofort vom "neuen MSV" überzeugen.
Doch das Vorhaben der sofortigen "Erstliga-Rückkehr" muss in der Hinrunde erst einmal ohne Publikumsliebling Tobias Willi angegangen werden. Der Dauerläufer zog sich bei einem Trainingsunfall mit Nicky Adler einen Innnenbandriss sowie einen Meniskusschaden im linken Knie zu und hat damit für einen Schockzustand in Duisburg gesorgt. "Drei, vier Monate wird er ausfallen", stellt Bommer konsterniert fest. "Das ist richtig bitter, denn Tobi hat sehr gut gearbeitet und war fest für die Startelf eingeplant." Willi wird am morgigen Montag operiert.
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Auffälliger Typ: Serge Branco. Foto: firo
Nun hat plötzlich Serge Branco die Chance auf die Posten des rechten Verteidigers, weil er der einzige gelernte Abwehrspieler auf dieser Position ist. "Und Serge hat unser vollstes Vertrauen, denn er hat stets seine Leistungen abgerufen", macht sich Bommer keine Gedanken, dass der ehemalige kamerunische Nationalspieler, der sich bei den Olympischen Spielen in Athen die Goldmedaille sicherte, ein Sicherheitsrisiko darstellt. Im Gegenteil: "Wir sind voll und ganz von ihm überzeugt", macht Bruno Hübner noch einmal deutlich.
Doch durch Willis Verletzung kommt jetzt noch einmal Arbeit auf den Manager zu. "Wir haben noch 14 Tage Zeit, um uns nach einem Ersatzmann für Tobi umzusehen", wird Hübner, der bereits eine Kandidatenliste erstellt hat, allerdings keinen Schnellschuss tätigen.
Während die Defensive mit Brancos Hereinnahme steht und auch der Sturm mit Sandro Wagner und Dorge Rostand Kouemaha gesetzt ist, gibt es im Mittelfeld neben Kapitän "Ivo" Grlic, Mihai Tararache und Chinedu Ede nur noch eine Frage. "Ich denke, dass auf der rechten Seite Cedric Makiadi auflaufen wird", berichtet Hübner, der somit Adler erst einmal auf der Bank sieht.
Derweil will sich Bommer noch nicht festlegen. Lediglich beim Blick auf Rostock stellt er klar: "Hansa hat eine ähnlich hohe Fluktuation wie wir zu verkraften. Doch unser Team ist bereits zusammengewachsen und wir haben das nötige Selbstvertrauen." Sein Zusatz: "Da spielt es auch keine Rolle, dass wir alle Brocken direkt zu Beginn vor der Brust haben – besonders dann nicht, wenn wir alle Spiele gewonnen haben."