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MSV: Tifferts Leidenszeit und die Frage nach dem „Warum“
"Einfach, einen zum Sündenbock zu machen"

(RS-Foto: firo)
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17 Spieler des Bundesligakaders des MSV Duisburg mussten gehen oder haben sich einen neuen Verein gesucht.

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Zwei weitere sind aber noch bei den „Zebras“: Der eine ist Torwart Sven Beuckert (noch Vertrag bis 30. Juni 2009), der komplett ausgemustert wurde und nur noch in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommt. Der andere ist Christian Tiffert. Eigentlich wurde auch ihm nahegelegt, sich einen anderen Arbeitgeber zu suchen (Zitat Hübner: „Mit ihm planen wir für die kommende Saison nicht mehr“). Doch mittlerweile trainiert er wieder mit bei den Profis. Mit den Co-Trainern Uwe Speidel und Marcel Lucassen tastet er sich langsam wieder an den Kader heran, weil er immer noch verletzt ist. „Ich bin noch lange nicht fit und brauche bestimmt noch vier, fünf Wochen, um wieder ganz der Alte zu sein“, erklärt der 26-Jährige, „ich habe eine Entzündung an der Sehne, am Wadenbeinköpfchen. Eine komplizierte Geschichte, die nicht so einfach in den Griff zu bekommen ist.“

Dadurch verpasste er die komplette Vorbereitung. „Diese fünf Wochen fehlen mir. Aber die werde ich versuchen aufzuholen. Auf dem Platz sieht es zwar von außen sehr gut aus, aber die Kraft und Spritzigkeit fehlt. Und Schmerzen habe ich immer noch.“ Unbehagen bereitete ihm auch in den letzten Wochen, was über ihn in den Medien verbreitet und geschrieben wurde. „Prinzipiell bin ich ein Mensch, der keine Zeitung liest. Aber es war schon interessant zu hören, dass hier beim MSV niemand mehr mit mir plant, ich verkauft werden soll oder gar Angebote anderer Clubs vorliegen. Das war schon sehr komisch“, resümiert der Rechtsfuß, „zumal bis dato niemand vom Verein mit mir über diese Dinge gesprochen hat. Die werden immer nur von außen an mich herangetragen.“

Der Ex-„Bulle“ aus Salzburg macht aus deshalb aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Es ist immer einfach zu sagen, dass ich mitschuldig am Abstieg war. Es ist immer einfach, einen zum Sündenbock zu machen. Aber die Frage nach dem ‘Warum’ stellt keiner! Hat denn überhaupt jemand mal versucht aufzuschlüsseln, wie und mit welchen Verletzungen ich mich in der abgelaufenen Spielzeit herumgeschleppt habe“, fragt der Mann mit der Rückennummer elf und gibt sich dennoch kämpferisch: „Wenn ich fit bin, dann werde alle ihre Meinung über meine Leistungen in der letzten Saison ändern.“ Ob er aber nochmals das Dress in der zweiten Liga für die „Zebras“ überstreifen darf, liegt ganz allein an Trainer Rudi Bommer („Wir müssen das Gesamtpaket Christian Tiffert in den Griff kriegen. Dann schauen wir weiter“)

Bis dahin heißt es Gas geben und trainieren. Immerhin besitzt der Mittelfeldakteur noch ein gültiges Arbeitspapier bis zum 30. Juni 2010. Wenn keine fremden Vereine bei Sport-Chef Bruno Hübner klingeln, heißt es auf die Chance warten. Und wie lange? „So lange es geht“, schiebt „Tiffi“ schmunzelt nach, „Zeit habe ich ja genug!“ Um zum Beispiel schon mal die neuen, jungen Kollegen in Augenschein zu nehmen. Als einstiges Mitglied der „Gold-Generation“ und Gründungs-Mitglied der „Jungen Wilden“ beim VfB Stuttgart weiß er, wie schwer dieser Weg sein kein.

„Sicherlich darfst du auch mal abheben, aber du musst immer wieder auf den Boden zurückkommen. Das ist wichtig.“ Ob die Qualität der Neuzugänge auch passt wird sich in den nächsten Wochen zeigen. „Alle sind hungrig, dennoch zeigt sich die Stärke erst, wenn der Druck und die Nervenbelastung hinzukommen.“

Trotzdem glaubt er, dass der direkte Wiederaufstieg mit dem neuen Konzept nicht allzu einfach wird, wie viele Experten meinen. Tiffert: „Ich habe die Liga in den letzten Jahren genau verfolgt. Die Klasse ist richtig gut geworden. Wenn man zudem sieht, welche Mannschaften alle im Kreis der Aufstiegsfavoriten gehandelt werden, dann musst du schon eine Top-Leistung abliefern, um die Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen.“

Vielleicht kann er ja seinen Teil dazu beitragen. Dafür muss aber „Tiffi“ alles geben. „Ich bin absolut motiviert und möchte in Duisburg noch einmal zeigen, was ich kann.“ Doch dazu braucht er auch den Spaß und die Freude am Fußball. „Ohne das geht es nicht.“

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