Und beim 3:1 vor knapp 1100 Zuschauern gegen den Regionalligisten aus Kleve wurde klar, Coach Jürgen Luginger muss in der Defensive umdenken. Benny Reichert und Thomas Schlieter fallen noch länger aus, bei Dimitrios Pappas gibt es einen Kampf gegen die Uhr. Daher beorderte Luginger gegen Kleve Tim Kruse in die Viererkette, eine Rolle, in der der ehemalige Düsseldorfer vor allem beim Thema Lufthoheit ein ordentliches Wörtchen mitsprechen soll.
Zudem durfte Tino Westphal sich auf der linken Abwehrseite versuchen. Konsequenz der Verteidigungsumstellungen: Eine Position im defensiven Mittelfeld neben Markus Kaya ist offen. Wird gegen Bayer die defensive Variante gewählt, hat Tim Reichert gute Startchancen. Jens Robben oder Moritz Stoppelkamp hießen die offensiven Möglichkeiten.
Zurück zum Match gegen Kleve: Da wurden trotz der klaren Pausenführung vor allem zu Beginn noch einige Probleme sichtbar. Daraus resultierten vier gute Gelegenheiten für die Klever, einzig RWO-Keeper Christoph Semmler konnte sich in der Phase mit erstklassigen Reflexen auszeichnen. Oberhausens Kaya betonte: „Die ersten 20 Minuten gab es einige Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Mittelfeld und Abwehr. Das haben wir kurz angesprochen. Die Außen mussten die hängenden Klever Stürmer mehr unter Druck setzen. Eine Kleinigkeit, die aber für das Spiel entscheidend sein kann.“
Mit den drei Wechseln in der Halbzeit wurde auch relativ deutlich, wo sich die Fragezeichen befinden, die Luginger noch im Kopf rum schweben. Der linke Flügel ist weiterhin heiß umkämpft, ebenso das Pendant auf der rechten Seite und die Stelle neben Mike Terranova im Angriff, der mit seinem Einsatz die ersten beiden Treffer einleitete und Nummer drei selber volley in die Maschen hämmerte. Neben Tuncay Aksoy und Julian Lüttmann, die zuletzt sehr treffsicher auftraten, hat sich da auch Felix Luz wieder zurück gemeldet. Die Wadenprobleme sind weg, gegen Kleve reichte es bereits zu einem 45-minütigen Einsatz. Kaya analysierte nach dem Abpfiff mit Blick auf den nun anstehenden Pokalknaller gegen Leverkusen in einer Woche: „Kleve war noch kein Maßstab. Es ist schwierig zu sagen, wo wir stehen, weil wir keine Gegner von Zweitligaformat hatten. Und vor Leverkusen machen wir uns nicht bekloppt. Wir werden sehen, wie es am Ende ausgeht.“ Klar ist für Kaya nur, die Ausfälle von Schlieter, Benny Reichert und eventuell Pappas kann man nicht mal eben auffangen: „Da muss man nicht Drumherum reden. Das waren die Garanten für unseren Aufstieg. Auch wenn alle Jungs ihre Sache gut machen, aber diese Typen können wir nicht ersetzen.“