Tradition wird im Fußball besonders groß geschrieben. Genau das nehmen sich auch der VfB Homberg und der MSV Duisburg zu Herzen. Seit vielen Jahren spielen beide Duisburger Vereine immer mal wieder vor dem jeweiligen Saisonstart gegeneinander und sorgen für eine besondere Atmosphäre in der Region.
Ausgebreitete Picknick-Decken, kühle Biere und der Geruch nach Bratwurst vom Grill. Die rund 1.500 Zuschauer – egal ob MSV-Fans oder Homberg-Anhänger - trafen vor dem Anpfiff entspannt rund um das PCC-Stadion zusammen. Szenen, die man nur außerhalb des eigentlichen Spielbetriebs zu sehen bekommt. Auch MSV-Coach Ilia Gruev weiß um den Reiz der Saisonvorbereitung: "Ich habe diesen Test in der Region sehr genossen und freue mich, dass wir so einen Stellenwert hier genießen."
Sportlich konnte der 47 Jahre alte Bulgare insgesamt ebenso zufrieden sein. Denn am Ende gewannen seine Jungs das dritte von bisher drei Testspielen mit 4:0. Im ersten Durchgang taten sich die Zebras aber lange richtig schwer. In Minute 32 dann sogar der kurze Schock: Justin Bock schob den Ball vorbei an Daniel Davari ins Duisburger Tor – Riesenjubel bei den Fans und dem Stadionsprecher des VfB, der den Treffer schon ankündigen wollte. 1:0 für den VfB Homberg? Nein, denn Bock stand vorher im Abseits. Aber diese Szene zeigte deutlich: Von einem Drei-Klassen-Unterschied konnte zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Rede sein.
Insgesamt vier Neuzugänge schickte Gruev im ersten Abschnitt auf den Homberger Rasen. Darunter Lukas Fröde, Cauly Souza, Gerrit Nauber und in der 31. Spielminute auch noch Torwart Daniel Davari. In den neuen weiß-blauen Trikots erwischte Fröde einen eher blassen Tag. Souza, der neben Brandstetter im Sturm spielte, versuchte sehr viel. Immer wieder ließ sich der Neuzugang von Fortuna Köln fallen, holte viele Bälle aus dem Mittelfeld ab. Mit dem Pausenpfiff war es dann auch Souza, der den Ball klasse auf Andreas Wiegel spielte, der wiederum zur 1:0-Führung traf. Nach dem Seitenwechsel sorgte Lukas Daschner für den ein oder anderen guten Moment. Alle Neuzugänge kamen also zum Einsatz.
Paukenschlag direkt nach dem Seitenwechsel
Interessante Szenen dann auch während der Unterbrechung. Während die Homberger in die Kabine gingen, baute Gruev seinen Jungs noch einmal einen Sprintparcours auf und ließ danach Pässe üben – keine Pause also für seine Elf. Zur zweiten Hälfte wechselte der ehemalige Nationalspieler Bulgariens dann auch komplett. Vor Beginn gab es letzte Anweisungen im Kreis.
Diese Anweisungen schienen gefruchtet zu haben. Mit einem tollen Freistoß erhöhte Kevin Wolze auf 2:0 (54.). Der Linksverteidiger hatte den Ball aus 17 Metern unter die Latte von VfB-Keeper Adnan Laroshi befördert. Der MSV fand nun immer besser in seinen Rhythmus – Onuegbu stellte in der 59. Minute per Elfmeter auf 3:0 für die Zebras. Baris Özbek stellte eine Minute vor dem Ende den Endstand her.
Beide Trainer äußerten sich nach dem Spiel zufrieden. Gruev war mit der Leistung seiner Jungs einverstanden: „Es war ein sehr guter Test. Der Gegner konnte uns richtig fordern und ich bin insgesamt glücklich. Für mich ist das 4:0 nicht zu wenig. Wir haben intensive Einheiten hinter uns, alles ist nach Plan gelaufen. Kein Spieler hat sich verletzt, das ist das Wichtigste. Alles in allem eine richtig tolle Sache.“
Auch Homberg-Coach Stefan Janßen fand nach dem Spiel emotionale Worte: „Lieber MSV Duisburg, ihr seid der beste Verein in der Region. Wir wünschen euch alles erdenklich Gute dafür, dass ihr den Klassenerhalt in der zweiten Liga packt.“ Für den MSV Duisburg geht es jetzt vom 4.-12. Juli ins Trainingslager nach Sankt Johann/Tirol. Dort sind weitere drei Testspiele geplant.