Als erster Klub rief Hertha BSC Berlin seinen Olympioniken Gojko Kacar zurück. Der serbische Verband kam der Forderung aber nicht nach, sondern setzte den Mittelfeldspieler auch am Sonntag im zweiten Vorrundenspiel gegen die Elfenbeinküste ein.
Die Berliner hatten am Samstag in einer dreizeiligen Mitteilung gefordert, den 21-Jährigen vom olympischen Fußball-Turnier "sofort" nach Deutschland zurückzuschicken. "Wir setzen konsequent um, was wir angekündigt haben", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß und kündigte an: "Dann rufen wir Montag den internationalen Sportgerichtshof CAS an."
Berlin war aktiv geworden, nachdem die Serben eine Nachfrist bis Samstag 14.00 Uhr hatten verstreichen lassen. Hertha hatte sie gewährt, nachdem die serbische Führung sich am Freitag gemeldet und erklärt hatte, man habe in Peking noch internen Beratungsbedarf. Kacar könnte laut Hoeneß in Peking bleiben, wenn die Serben auf irgendeine der Forderungen aus Berlin - Abschluss einer Versicherung, Abstellungsgebühr oder Übernahme des Gehaltes - eingingen. Indessen kündigte Schalke 04 an, im Fall Rafinha beim Weltverband FIFA Klage gegen Brasilien einzureichen. "Wir haben in den vergangenen Tagen und Wochen gesehen, dass wir so nicht weiterkommen. Wir lassen uns aber von den Brasilianern nicht verarschen", sagte Manager Andreas Müller am Rande des DFB-Pokalspiels beim FC Homburg (3:0): "Da können sie noch zehnmal Weltmeister werden, so etwas tut man nicht. Rafinha spielt bei Olympia ohne unsere Freigabe, das lassen wir nicht länger zu."
Die Schalker haben der FIFA und dem brasilianischen Verband CBF einen Versicherungsvertrag vorgelegt, nach dem die Brasilianer im Falle einer Verletzung Rafinhas für jeden Tag, den der 22-Jährige ausfällt, 12.500 Euro zahlen müssten. Zudem bestehen die Königsblauen auf Abstellungsgebühren. Der Rekordweltmeister reagierte bislang nicht auf die Schalker Forderungen und setzte Rafinha am Sonntag im zweiten Vorrundenspiel gegen Neuseeland ebenso wie den Bremer Diego wieder ein. Müller kündigte an, erneut den CAS anzurufen.
Werder Bremen kündigte ebenfalls an, im Falle einer Verletzung seines Spielmachers die FIFA oder den brasilianischen Verband zu verklagen. Der CAS hatte in der vergangenen Woche entschieden, dass die Klubs ihre Spieler für Olympia nicht abstellen müssen. Die Bundesligisten riefen ihre Profis allerdings nicht zurück, forderten aber eine Versicherung für den Verletzungsfall und Abstellungsgebühren.