Paul Freier und Vahid Hashemian waren 2004 die großen Sieger beim VfL Bochum, der eine Traumsaison in der Fußball-Bundesliga auf Rang fünf und mit der UEFA-Cup-Qualifikation abschloss.
Der eine, Freier, verkörperte die Zukunft in der deutschen Nationalmannschaft und wechselte für 2,75 Millionen Euro zu Bayer Leverkusen, der andere, Hashemian, toppte dies noch mit dem Abgang zu Bayern München für 1,5 Millionen. Nach vier Jahren und zum Teil quälenden Erfahrungen sind beide zurück im Schoß der VfL-Familie. "Die vier Jahre in Leverkusen liefen überhaupt nicht gut, ich war auf meiner Position nur dritte Wahl", erklärt der aus Oberschlesien stammende "Slawo" Freier.
Auf der rechten Außenseite bei Bayer kam er nur selten über die Rolle des Reservisten hinaus, nur wenn der dominante Bernd Schneider aus taktischen Gründen mal die Position wechselte. Und dann wurde ihm durch die Systemumstellung von Trainer Michael Skibbe auch noch der Schweizer Tranquillo Barnetta vorgezogen. Champions League und Nationalmannschaft sind für Freier längst Vergangenheit, er steht im Bundesliga-Monopoly wieder auf Los. "Die Nationalmannschaft ist kein Thema mehr. Als das Interesse da war, war auch klar, dass der Weg wieder zurückgeht", sagt der Familienmensch, der aus dem Sauerland stammt.
Auch während seiner Zeit in Leverkusen wohnte Freier weiter in Bochum, finanziell deutlich bessere Angebote von Hertha BSC Berlin und Hannover 96 hat der offensive Mittelfeldspieler abgelehnt. "Paul Freier ist ein Spieler mit großer Verbundenheit zum VfL. Sportlich sind seine Qualitäten unbestritten, sodass er uns sicher weiterhelfen wird", sagt VfL-Trainer Marcel Koller, der in der ersten DFB-Pokal-Runde am Freitagabend noch auf den Rückkehrer verzichten musste. Trotz der Wertschätzung des Schweizers ist der 29-jährige Freier vorsichtig: "Eine Stammplatzgarantie gibt es hier auch nicht."
Anders als Freier hat Vahid Hashemian, der 2003/2004 16 Treffer erzielte und mit dem späteren Torschützenkönig Thomas Christiansen das überragende Sturmduo bildete, eine kleine Rundreise hinter sich. Bei Bayern München brachte es der Iraner auf neun Einsätze, ohne Torerfolg, und ging zu Hannover 96. Dort kam er auch nur schwer in Schwung, Verletzungen warfen ihn zurück.
Doch der "Hubschrauber", der beim Hamburger SV seine ersten Schritte in der Bundesliga unternahm, sieht die vergangenen vier Jahre nicht als verlorene Zeit an. "Es war immer mein Traum, in München oder in Mailand zu spielen. Den habe ich mir erfüllt, auch wenn ich nicht soviele Einsätze hatte", sagt der 32-Jährige, der beim Angebot des VfL nicht lange überlegt hat: "Ein Wechsel ist normalerweise eine Kopfentscheidung, die Rückkehr war eine des Herzens. Ich habe hier alles so vorgefunden, wie ich es verlassen habe."