Im Verhältnis ist der Sprung von 420 Millionen auf 500 Millionen nicht so groß, als dass sich dadurch zerstückelte Spieltage und gewöhnungsbedürftige Anstoßzeiten rechtfertigen ließen.
Da gibt es zwei grundlegende Dinge, die man beachten muss. Erstens ist es ein Fehler, wenn man davon ausgeht, dass die 420 Millionen problemlos zu bekommen sind. Das ist beileibe nicht der Fall. Schon gar nicht, wenn sich die Auffassung des Bundeskartellamtes durchsetzt. Warum sollte die ARD noch so viel geben wie bisher, wenn sie doch quasi eine Bestandsgarantie vom Kartellamt bekommen hat? Dann können die doch theoretisch beim nächsten Mal weit weniger bieten.
Und warum muss Premiere jetzt noch so viel zahlen wie bisher? Wir wollen strukturell etwas verändern. Wir müssen Wettbewerb kreieren. Wir müssen sehen, dass wir auf der ganzen Palette der Medien Leuten eine Chance geben, die bislang noch keine Chance hatten. Die hatten die doch deshalb nicht, weil sie eine Redaktion und Produktion aufbauen mussten. Wenn wir nun aber einen eigenen Fernsehsender kreieren und dann als Produkt anbieten, dann wird das doch viel interessanter. Wir haben 200 Interessenbekundungskarten bekommen. 200! Die sagen alle, wenn sie keine eigene Redaktion aufbauen müssen, dann können sie Fußball übertragen. Damit haben wir Wettbewerb geschaffen. Wir interessieren Leute für das Produkt, denen das vorher mehrere Kragenweiten zu groß war.
Der zweite Punkt ist, dass wir mit den Erlösen, die wir erzielen, auch einen Sender aufbauen, der zu 49,9 Prozent der DFL gehört. Dieser Sender wird eine ganze Menge wert sein. Das heißt, da wird etwas angespart.
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"Der BVB ist kein Verlierer der Zentralvermarktung"
Müsste der BVB-Präsident Rauball angesichts der Stärke der Marke "Borussia Dortmund" nicht vehement gegen die Zentralvermarktung sein, um für den BVB das Optimum herauszuholen?
Borussia Dortmund ist kein Verlierer der Zentralvermarktung. Der deutsche Fußball lebt von einem gesunden Wettbewerb. Es ist noch kein Bundesligaverein in die Insolvenz gegangen. Es gab auch keinen Verein, der die Gehälter der Spieler dauerhaft nicht bezahlen konnte. In Spanien stehen 36 Millionen Euro an Gehältern aus. Zwei Vereine dort gehen in die Insolvenz. Das ist alles das Produkt einer Entwicklung, die immer als Vorbild angeführt wurde.
In Italien haben wir die gleiche Situation, dort hat es viele unschöne Dinge gegeben. Der Solidaritätsgedanke hat den deutschen Fußball stark gehalten. Solidarität muss man aber nicht nur von denen fordern, die stärker sind als wir, sondern da muss man sich auch selbst einbringen.